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Unbefristetes Aufstallungsgebot mit Ausnahmegenehmigung keine dauerhafte Lösung - alternative Option der Impfung von Freilandhaltungen endlich ernstha

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

Zu Plänen von Minister Seehofer für ein unbefristetes Aufstallungsgebot für Geflügel in der Bundesrepublik erklärt Kirsten Tackmann, Sprecherin für Agrarpolitik und Verbraucherschutz der Fraktion DIE LINKE.:

Eigentlich war alles absehbar. Ich hatte frühzeitig und mehrfach im Ausschuss und in den Anhörungen auf die Gefahr hingewiesen, dass es zu einem länger andauernden H5N1 Asia -Infektionsrisiko für Nutzgeflügelbestände aus Wildvögeln kommen könne. Die Frage nach der Zukunft der Freilandhaltungen von Nutzgeflügel lag seit Langem auf der Hand. Daher hätten längst Handlungsalternativen zur Daueraufstallung für eine solche Situation geprüft werden müssen.

Will man nicht mit Ausnahmegenehmigungen Russisch-Roulett spielen, wie jetzt geplant, bleibt die Impfung bei Freilandhaltungen eine Option, die ernsthaft geprüft werden muss. Sicher: die Impfung hat bei Vogelinfluenza bekanntermaßen Wirksamkeitsgrenzen. Aber es gibt Bestände, die nicht auf Dauer aufgestallt werden können: Gänse, Enten, wertvolle Zuchtbestände, Bio-Freiland- und Kleinhaltungen.

Es darf nicht nur um die Interessen der großen Geflügelhalter gehen, die ihr Geflügel ohnehin im Stall und Käfig halten. Ich erwarte von Minister Seehofer, dass er auch die Interessen derjenigen berücksichtigt, für die bei einem Daueraufstallungsgebot kaum ein Weg an der Aufgabe der Geflügelhaltung vorbei führt. Die jetzt angedachten Ausnahmegenehmigungen würden voraussetzen, dass Risikogebiete wissenschaftlich exakt definiert werden können. Das ist bei den großen epidemiologischen Wissensdefiziten, zum Beispiel zum tatsächlichen Vorkommen und zur Verbreitung von H5N1 Asia in Wildvögeln sowie zu den Übertragungs- und Einschleppungsrisiken, sehr problematisch.

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