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UN-Klimakonferenz in Bonn: Die Entdeckung der Langsamkeit

Pressemitteilung von Eva Bulling-Schröter,

„Die Klimakonferenz in Bonn erinnert mich an ein Mikado-Spiel: keiner bewegt sich, aus Angst zu verlieren“, kommentiert Eva Bulling-Schröter, die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, den Abschluss der zweiwöchigen Verhandlungen um ein Kyoto-Folgeabkommen in Bonn. „Viele Staaten scheinen mehr damit beschäftigt zu sein, ihren Stillstand als Fortschritt schön zu rechnen als tatsächlich beim Klimaschutz voranzuschreiten.“ Bulling-Schröter weiter:

„Die mangelnden Fortschritte bei den Verhandlungen um ein Kyoto-Folgeabkommen müssen insbesondere den Industrieländern angekreidet werden. Die EU-Finanziminister hätten diese Woche der UN-Klimakonferenz mit ihrem Beschluss zu Finanztransfers für die am meisten vom Klimawandel betroffenen Länder einen Schub verleihen können. Doch statt klarer Aussagen zur Höhe der Finanzhilfen, finden sich im Abschlussdokument des EU-Finanzministertreffens nur Unverbindlichkeiten und leere Sprechblasen.

Die Zusagen seitens der Industriestaaten zu eigenen Klimaschutzzielen können nicht mal mehr als dürftig bezeichnet werden. So kündigte Japan eine Minderung seines Klimagas-Ausstoßes gegenüber 1990 um acht Prozent bis zum Jahr 2020 an. Dies sind ganze zwei Prozent mehr als Japans bisherige Kyoto-Verpflichtung von sechs Prozent bis 2012. Zwei Prozent in acht Jahren, acht Prozent in 30 Jahren, kein Wunder, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer nicht begeistert „Hurra“ rufen. Die bisherigen Zusagen der Industrieländer für zukünftige Emissionsminderungen würden die Welt um mehr als vier Grad erwärmen und die Lebensbedingungen von Millionen Menschen gefährden. Dies ist übrig geblieben von den flammenden Bekundungen zum globalen Klimaschutz vor zwei Jahren, als der Bericht des UN-Klimarats veröffentlicht wurde.“

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