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Überflüssige Statistik

Pressemitteilung von Wolfgang Neskovic,

Zur Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatik 2007 durch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und den Innenminister des Landes Brandenburg, Jörg Schönbohm, erklärt Wolfgang Neskovic, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag:

"Die medienwirksame Präsentation der Polizeilichen Kriminalstatistik ist sinnlos, weil sie nichts über die tatsächliche Verbreitung von Straftaten aussagt. Viele Delikte werden von den Betroffenen nicht angezeigt und fließen somit erst gar nicht in die Statistik ein. Und so dokumentiert diese lediglich die Anzahl der von der Polizei aufgenommenen Anzeigen, sagt aber beispielsweise nichts über die anschließende Bewertung der angezeigten Delikte durch die Gerichte aus.
Dass die Zahlen trotzdem Jahr für Jahr der Öffentlichkeit verkündet werden, dient dennoch einem Zweck: Die Politik des Innenministeriums günstig dastehen zu lassen. Steigt die offizielle Kriminalitätsrate, ist dies ein „Beweis“ für die Notwendigkeit schärferer Gesetze. Sinkt sie, so belegt dies scheinbar den Erfolg der Arbeit der Sicherheitsbehörden.

Die in der Pressekonferenz getroffene Aussage des Brandenburger Innenministers Jörg Schönbohm, dass die Hauptverantwortung für die Eindämmung von Jugendgewalt bei den Elternhäusern liege, ist nicht mehr als eine Floskel. Eine bedenkliche dazu, da sie die Verantwortung der Politik und der Gesellschaft für die Unterstützung von Familien negiert, die mit der Erziehung überfordert sind.“

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