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Tierversuche müssen deutlich verringert werden

Pressemitteilung von Eva Bulling-Schröter,

Zum internationalen Tag des Versuchstiers erklärt Eva Bulling-Schröter, Sprecherin für Umweltpolitik und Tierschutz der Fraktion DIE LINKE.:

Laut Tierschutzbericht der Bundesregierung von 2005 wurden im Jahre 2003 zu wissenschaftlichen Zwecken 2.112.341 Wirbeltiere "verwendet", also getötet. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Gesamtzahl damit kaum verändert. Hinter den nackten Zahlen und dem Terminus "verwendet" steht millionenfaches Leid der Versuchstiere, deren Qualen von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden, weil die Experimente hinter verschlossenen Türen stattfinden. Zu 80 Prozent starben in den Versuchslabors Mäuse und Ratten, zu 7 Prozent Fische und zu 5 Prozent Kaninchen. Weiter heißt es in dem Bericht, die Anzahl der Versuche an Hunden und Katzen habe reduziert werden können, dafür sei die an Affen gestiegen. Insgesamt eine nicht hinzunehmende Entwicklung.

Hinzu kommt: Wie in den vergangenen Jahren sind die Angaben des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft nicht vollständig. Im Tierschutzbericht fehlen die Zahlen der Tiere, die innerhalb eines Studiums oder bei der Herstellung genetisch veränderter Linien getötet wurden sowie die Anzahl der in Tierversuchen eingesetzten wirbellosen Tiere.

Wenn immer wieder Politikerinnen und Politikern den innovativen Forschungs- und Bildungsstandort Deutschland beschwören, dann kann es nur richtig sein, auch bei Experimenten alte ausgetretene Pfade zu verlassen. Der weitgehend tierversuchsfreien Forschung muss die Zukunft gehören. Die Bundesregierung sollte das ihre tun, damit neue alternative Testverfahren entwickelt werden.

Nach § 1 des Tierschutzgesetzes werden Tiere als Mitgeschöpfe anerkannt, das Zufügen von Schmerzen, Leiden oder Schäden ohne vernünftigen Grund ist verboten. Die Realität aber ist eine andere: Die Masse der Tierversuche sind unvernünftig und grausam.

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