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Studie belegt: Integration ist eine soziale Frage

Pressemitteilung von Sevim Dagdelen,

Zur heute vorgestellten Sinus-Milieustudie „Lebenswelten von Migranten“ erklärt die integrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Sevim Dagdelen:

Die pauschale Unterstellung, Migrantinnen und Migranten seien „integrationsunwillig“ bzw. „integrationsunfähig“ lassen sich nach dieser Studie nicht mehr aufrechterhalten. Nicht Religion oder ethnische Herkunft, sondern die Zugehörigkeit zu einem sozialen Milieu beeinflusst die Alltagskultur.

Menschen des gleichen Milieus verbindet trotz unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit, Religion und Zuwanderungsgeschichte mehr miteinander als mit ihren Landsleuten aus anderen Milieus. Die Studie widerlegt beispielsweise die Umdeutung von Familien- und Geschlechterstrukturen von einer patriarchalen zu einer ethnischen Frage. In den Vordergrund rücken damit die strukturellen und institutionellen Ursachen der sozialen Lage von Migrantinnen und Migranten.

Auch die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Bildungssystem ist hauptsächlich ein strukturelles Problem. Will die Bundeskanzlerin die Bildungschancen von Migrantinnen und Migranten verbessern, wie sie heute erklärt hat, bedarf es struktureller Änderungen im Bildungssystem.

Die Bundesregierung muss ihre Integrations- und Migrationspolitik insgesamt neu ausrichten. Wie eine am Montag veröffentlichte Untersuchung des British Council und der Migration Policy Group zeigt, ist die Bundesrepublik auf diesem Gebiet in Europa nur Mittelmaß. In so wichtigen Integrationsfragen wie die Bedingungen für ein längerfristiges Aufenthaltsrecht landet die BRD mit Frankreich sogar auf dem drittletzten von insgesamt 28 Plätzen. Beim Staatsangehörigkeitsrecht schnitten nur Österreich und Dänemark schlechter.

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