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Strukturelle Probleme des Arbeitsmarkts nach wie vor ungelöst

Pressemitteilung von Sabine Zimmermann,

"Die strukturellen Probleme des Arbeitsmarkts sind deutlich zu erkennen und bleiben ungelöst", erklärt Sabine Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum aktuellen Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit. "Die Menschen mit den größten Problemen am Arbeitsmarkt, Langzeitarbeitslose, Menschen mit Behinderungen und ältere Arbeitslose, werden immer stärker von der allgemeinen Arbeitsmarktentwicklung abgehängt. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht, um 10.000 auf 1.068.000. Auch die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat an auf 181.358. Bei den über 55-Jährigen zeichnet sich auch keine Entspannung ab. Im Vergleich zum Vorjahr nahm deren Zahl um über 12.000 zu. Die Schonfrist der Bundesregierung muss nun ein Ende haben. Für die vielen Menschen, die teils seit Jahren vom Arbeitsmar kt abgekoppelt sind, muss endlich etwas getan werden, damit auch sie wieder teilhaben können. Wir brauchen einen grundlegenden Kurswechsel in der Arbeitsmarktpolitik. Die rigorose Kürzungspolitik der letzten Jahre muss ein Ende haben. Sich nur auf leicht vermittelbare Erwerbslose zu konzentrieren und den Rest seinem Schicksal zu überlassen, ist gleichermaßen unchristlich und unsozial." Zimmermann weiter:



"Ein zentraler Baustein sind Weiterbildungsangebote. Viele erwerbslose Menschen möchten sich beruflich neu orientieren und ihre Beschäftigungschancen erhöhen, doch allzu oft wird ihre Motivation und Nachfrage nach Weiterbildung ausgebremst. Hier müssen den Jobcentern und Arbeitsagenturen mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden. DIE LINKE fordert einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung. Zudem muss der zunehmenden Prekarisierung des Arbeitsmarktes deutlich entgegengewirkt werden. Die in vielen Fällen nicht existenzsichernde Teilzeitbeschäftigung wächst weiterhin stärker als Vollzeitarbeitsverhältnisse. Die meisten der bei der Bundesagentur für Arbeit als offen gemeldeten Stellen kommen mit 28,7 Prozent nach wie vor aus dem Niedriglohnbereich der Leiharbeit. 1,2 Millionen abhängig Beschäftigte können vom Lohn ihrer Arbeit nicht leben und beziehen ergänzende Hartz IV-Leistungen, 2,63 Millionen gehen mittlerweile einem Zweitjob nach, 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Der ausufernde Niedriglohnbereich muss endlich effektiv bekämpft werden. DIE LINKE steht weiterhin ein für die unverzügliche Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von zehn Euro die Stunde, ohne Ausnahmen, und die Abschaffung der systematischen Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit als zwei wesentliche Maßnahmen, damit Arbeit wieder existenzsichernd wird."

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