Zum Hauptinhalt springen

Stellenwert der beruflichen Bildung erhöhen

Pressemitteilung von Agnes Alpers,

"Es ist ein Trugschluss, dass die demographische Entwicklung alle Probleme am Ausbildungsmarkt beseitigt. Die Situation ist nach wie vor angespannt, auch weil die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken ist. Setzt sich dieser Trend fort, bildet im nächsten Jahr nur noch jeder fünfte Betrieb aus", sagt Agnes Alpers, Sprecherin für berufliche Aus- und Weiterbildung der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den heute vorgestellten Berufsbildungsbericht. Sie fährt fort:

"Ministerin Wanka muss endlich aufhören, mit der Zahl der 33.000 unbesetzten Ausbildungsstellen ein rosiges Bild zu zeichnen und vielmehr den Stellenwert der beruflichen Bildung erhöhen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Ausbildungsplätze aufgrund der schlechten Ausbildungsbedingungen in einzelnen Branchen unbesetzt bleiben. Diese unbesetzten Stellen ändern auch nichts an der Tatsache, dass allein in diesem Jahr über 260.000 junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz nachgefragt haben, leer ausgegangen sind. Leidtragende sind vorwiegend junge Menschen mit schlechteren Schulabschlüssen und mit Migrationshintergrund. Sie werden schlichtweg ausgegrenzt und landen in Bildungsmaßnahmen. Für die meisten wäre dieser Umweg bei ausreichend vorhandenen Ausbildungsplätzen überflüssig. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge hat mit 551.271 einen neuen Tiefstand erreicht. Das ist ein Minus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Überdies lässt die Bundesregierung die über zwei Millionen jungen Menschen zwischen 20 und 34 Jahren allein, die infolge der Ausbildungskrise keine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Konstruktive Lösungen, die die Unternehmen in die Ausbildungspflicht nehmen, werden nicht einmal erwogen. Mit einer gesetzlichen Umlagefinanzierung, wie sie DIE LINKE vorschlägt, könnten Ausbildungsplätze für alle geschaffen werden. Die Bundesregierung aber setzt allein darauf, dass mit sinkenden Schulabgängerzahlen die Ausbildungsplätze irgendwann ausreichen. Das ist verantwortungslos gegenüber den jungen Leuten in den diversen Warteschleifen."

Auch interessant