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Stammzellenforschung nicht gegeneinander ausspielen

Pressemitteilung von Petra Sitte,

Zu dem auf der Pressekonferenz von Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) vorgestellten Förderschwerpunkt „Alternative Verfahren zur Gewinnung pluripotenter Stammzellen“ erklärt Petra Sitte, forschungs- und technologiepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

Ich begrüße, dass die Forschungsministerin Studien zur Umwandlungsfähigkeit von adulten Stammzellen in andere Zelltypen besonders fördern will. Dies ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zur wünschenswerten Entwicklung von therapeutischen Verfahren, die ohne die Zerstörung von Embryonen auskommen. Hier hat sich die öffentliche Forschungsförderung bislang zurückgehalten.

Allerdings macht nur der Vergleich der Eigenschaften von adulten mit embryonalen Stammzellen das Verständnis über die Umwandlungsprozesse von Zellen möglich. Die Forschung mit embryonalen humanen Stammzellen hat also entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Verfahren, die ohne Zerstörung von Embryonen auskommen. Die Forschungen an verschiedenen Stammzellentypen dürfen daher nicht gegeneinander ausgespielt werden. Dies betonten auch zahlreiche Wissenschaftler in der Anhörung des Bundestages zum Stammzellengesetz im Mai dieses Jahres.

Damit aber international vergleichbare und wissenschaftliche haltbare Forschungsergebnisse erzielt werden können, muss das Stammzellengesetz von 2001 geändert werden. Die Strafbewehrung muss zumindest rechtssicher gestaltet werden und internationale Forschungskooperationen ermöglichen. Der Stichtag muss modifiziert werden. Eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes steht damit nicht zur Disposition.

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