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Stammzelldebatte zeigt: Ethikberatung notwendig

Pressemitteilung von Petra Sitte,

„Ich begrüße, dass der Deutsche Ethikrat sich endlich konstituiert hat“, so Petra Sitte. Die forschungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE erklärt weiter:

„Die heutige Debatte im Bundestag zur Novellierung des Stammzellgesetzes hat gezeigt, dass Beratung in biopolitischen Fragestellungen notwendig ist. Der Ethikrat kann und soll den Abgeordneten ihre zukünftigen ethischen Entscheidungen nicht abnehmen. Aber wissenschaftliche Politikberatung hilft, unterschiedliche Haltungen in den Lebenswissenschaften und widerstreitende Einschätzungen über Therapieerwartungen beim Einsatz gendiagnostischer Methoden sichtbar zu machen und bereitet sie für die Gesellschaft, das Parlament und die Regierung auf.

In den nächsten Jahren gehören die Hirnforschung, die Selbstbestimmung am Lebensende sowie die rechtlichen, sozialen und ethischen Herausforderungen zunehmender Demenz im Alter zu den gesellschaftlich bewegenden Themen. Wissenschaftlicher Sachverstand wird auch gebraucht, wenn es darum geht, die individuellen genetischen Daten von Bürgerinnen und Bürgern zu schützen und Zugriffe auf die Ergebnisse von Gentests beim Abschluss von Arbeits- oder Versicherungsverträgen zu verhindern.

Bei all diesen Themen müssen gesellschaftliche und wissenschaftliche Chancen und Risiken benannt, eine sachgerechte Technikfolgenabschätzung stattfinden und öffentliche Diskussionen unter Beteiligung vieler gesellschaftlicher Gruppen organisiert werden.

Bei dieser Arbeit wünsche ich den 26 Mitgliedern des Ethikrates gutes Gelingen, viel Geduld und ebenso viel Respekt und Toleranz gegenüber den jeweils anderen Auffassungen.“

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