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Schlechtes Zeugnis für geschlechtergerechte Bildung

Pressemitteilung von Nele Hirsch,

Anlässlich des heutigen Internationalen Frauentags erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Nele Hirsch:

Die Diskriminierung von Frauen im Bildungssystem hat sich in den letzten Jahren verschärft. Vor allem in der beruflichen Bildung werden junge Frauen benachteiligt. Im Studium sind sie von der Einführung von Studiengebühren oder Zulassungsbeschränkungen besonders betroffen.

In der beruflichen Bildung sind Angebote der außerbetrieblichen oder vollzeitschulischen Ausbildung immer noch eine zweite oder dritte Wahl. Die Auszubildenden erhalten keine Auszubildendenvergütung, der Zugang zur Kammerprüfung wird von den Ländern in den seltensten Fällen gewährt und häufig müssen Schulgebühren bezahlt werden. Unter dieser Schlechterstellung leiden überwiegend Frauen. Ihr Anteil an den gebührenpflichtigen Schulen des Gesundheitswesens beträgt beispielsweise rund 80 Prozent. Sie haben deutlich schlechtere Chancen auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz als Männer.

Auch im Studium nehmen Diskriminierungen zu. Etwa durch die Begrenzung des Übergangs vom Bachelor in den Master. Während Frauen und Männer in den Bachelorstudiengängen noch ungefähr gleich stark vertreten sind, sinkt der Frauenanteil im Masterstudium auf nur noch rund ein Drittel.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan zeigt bisher kaum Engagement für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Bildung. Sie versteckt sich fast ausschließlich hinter familienpolitischen Maßnahmen. In der beruflichen Bildung wurden die nachgewiesenen Diskriminierungen bisher vollständig ignoriert.

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