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Schallende Ohrfeige für Abzocker in Nadelstreifen

Pressemitteilung von Bodo Ramelow,

Zur Aufhebung der Freisprüche im Verfahren um Millionen-Abfindungen an frühere Manager nach der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone durch den Bundesgerichtshof erklärt Bodo Ramelow, stellvertretender Vorsitzender

Das unrühmlich bekannt gewordene Siegeszeichen des Chefs der Deutschen Bank Ackermann kam verfrüht. Der Prozess gegen Ackermann, Esser und Co. wird nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs neu aufgerollt. Auch wenn der Ausgang des zweiten Verfahrens offen ist - die Entscheidung des Bundesgerichtshofes ist eine schallende Ohrfeige für arrogante Selbstbedienungsmentalität und Abzocker in Nadelstreifen.

Das laute Nachdenken über einen Rücktritt des Deutsche Bank-Sprechers zur Begrenzung des Imageschadens wird nicht nur für jene eine Genugtuung sein, die beim Mannesmann-Deal und durch Ackermanns Entscheidungen bei der Deutschen Bank ihren Arbeitsplatz verloren haben bzw. darum bangen müssen. Denn Ackermann war es, der den Abbau von weiteren 6400 Stellen im weltweit agierenden Bankenkonzern avisierte, um den Aktionären bei einem Jahresgewinn von 2,5 Mrd. € noch weitere Millionen zukommen zu lassen. Dafür waren ihm 17% Eigenkapitalrendite zu wenig. 25 % mussten es sein. Hier ging es nicht um Standortsicherung.

Das BGH-Urteil ist ein Auftrag an den Gesetzgeber, die Regelungen für Manager enger und klarer zu fassen. Grauzonen in dieser Frage gehen immer auf Kosten der Beschäftigten. DIE LINKE. ist deshalb dafür, die Managerbezahlung mit Aktienoptionen abzuschaffen, um die shareholder-value-Orientierung nicht zum einzigen Maßstab unternehmerischen Handelns zu machen. Wer nur auf den Aktienkurs schielt, verliert die Verantwortung gegenüber dem Unternehmen und den Beschäftigten aus dem Blick.

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