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Raffgier der Unternehmensführer gefährdet sozialen Frieden

Pressemitteilung von Oskar Lafontaine,

Zur Erhöhung der Vorstandsgehälter beim Siemens-Konzern, dem Unmut der Belegschaft und der Krise bei der ehemaligen Siemens-Handy-Sparte, die an BenQ verkauft wurde und jetzt vor der Insolvenz steht, erklärt der Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE., Oskar Lafontaine:

Die deutschen Industriekapitäne haben jedes Augenmaß verloren. Laut einer Studie liegen die Vergütungen deutscher Vorstände im internationalen Vergleich bereits auf Platz Zwei hinter den USA. Ihre Forderungen stehen aber in keinem Verhältnis zu ihrer Leistung. Auch das zeigt der Fall Siemens, wo ganze Unternehmenssparten entweder aufgelöst, verkleinert oder - wie im Fall BenQ - einfach an ausländische Unternehmen abgestoßen werden. Die 3000 von der Insolvenz bedrohten Arbeitnehmer sind Opfer der Unfähigkeit der Siemens-Manager geworden.

Mit ihrer Maßlosigkeit gefährden Unternehmensführer den sozialen Frieden im Land. Der Unmut in den Belegschaften und der Bevölkerung ist bereits groß. Diese soziale Schieflage ist auch ein wesentlicher Grund für den Erfolg rechtsextremer Parteien.

Wenn Vorstände deutscher Unternehmen Gehälter wie ihre Kollegen in den USA verlangen, verschweigen sie, dass US-Manager im Gegensatz zu deutschen Vorständen ein hohes Haftungsrisiko haben. Vorstände von US-Unternehmen stehen aufgrund der strikten Managerhaftung immer mit einem Bein im Gefängnis. In Deutschland gibt es so eine Managerhaftung nicht. Eine derartige Gesetzgebung hat die Bundesregierung bis heute verschlafen.

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