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PISA-Untersuchung ohne Sieger: grundlegende Schulreform erforderlich

Pressemitteilung von Nele Hirsch,

Nele Hirsch, Bundestagsabgeordnete in der Fraktion DIE LINKE, fragt sich, wieso das Ergebnis der PISA 2003 Ergänzungsstudie von der Kultusministerkonferenz nicht zum Anlass für eine grundlegende Schulreform genommen wird.

"Für sie ist klar: "Kein Land geht aus dieser Untersuchung als Sieger hervor. Im Gegenteil: Wir haben die Aufgabe, ein Schulsystem zu gestalten, welches nicht ein Viertel seiner Schülerinnen und Schüler hinten runter fallen lässt. Die Kultusministerkonferenz ist mit ihrer intransparenten und klüngelhaften Entscheidungsfindung dazu offensichtlich nicht in der Lage. Wir brauchen einen neuen Bildungsrat- und diesmal müssen dessen Vorschläge auch ernst genommen werden."

Die relativ positive Beurteilung der Ergebnisse bei der heutigen Vorstellung in Berlin ist für die Bundestagsabgeordnete unverständlich: "Die Kultusministerkonferenz betreibt mit der Vorstellung der PISA-E-Studie reine Augenwischerei. Sie lenkt so von ihrem Versagen, was die Förderung aller Schülerinnen und Schüler angeht, ab. Dass das PISA-Konsortium hier mitspielt und sich für politische Interessen instrumentalisieren lässt, ist mehr als bedauerlich." Nele Hirsch weiter: "Unser größtes Problem sind doch nicht die zu niedrigen Durchschnittswerte, sondern die viel zu große Anzahl an Schülerinnen und Schülern, die nur niedrige Kompetenzstufen erreichen."

Neben der hohen Anzahl der 15jährigen Schülerinnen und Schülern, die lediglich die Kompetenzstufen erreichen, die sie nicht einmal zu einer eigenständigen Lebensführung befähigen, geben vor allem drei Befunde der PISA-E-2003-Untersuchung Anlass zum Nachdenken: Die enge Kopplung zwischen sozialer Herkunft und erreichtem Kompetenzniveau sowie der besuchten Schulart, der von Bundesland zu Bundesland höchst unterschiedliche Umgang mit Klassenwiederholungen und das schulische Aussortieren einer überdurchschnittlich großen Anzahl an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund.

Neben den katastrophalen Auswirkungen des dreigliedrigen Schulsystems sieht die Bundestagsabgeordnete eine weitere Ursache für die schlechten Ergebnisse in Mängeln in der Lehrerbildung: "Wenn Lehrerinnen und Lehrer durch schlechte Arbeitsbedingungen überlastet sind und keine Möglichkeit zu einer umfassenden Qualifikation haben, können sie keine ausreichende Förderung für alle Schülerinnen und Schüler gewährleisten. Vor allem für den vorschulischen Bereich gibt es dafür kaum Ausbildungskonzepte."

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