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Orchideen-Fächer: Finanzielle Ausstattung schützt vor Aussterben

Pressemitteilung von Petra Sitte,

Zu den Empfehlungen der Hochschulrektorenkonferenz zur Zukunft der kleinen Fächer erklärt Petra Sitte, forschungs- und technologiepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.:

DIE LINKE. begrüßt, dass die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) die kleinen Fächer stärken will. Das Jahr der Geisteswissenschaften ist für Bund und Länder eine gute Gelegenheit, etwas dafür zu tun, dass die Orchideenfächer nicht länger zu den bedrohten Arten in der hochschulischen Fächerlandschaft gehören.

Die Bestandsaufnahme der HRK zu den kleinen Fächern zeigt eindrücklich, dass die Kürzungswellen der letzten Jahre und die Einführung neuer Steuerungsinstrumente in den Hochschulhaushalten die Geisteswissenschaften, zu denen insbesondere die kleinen Fächern gehören, systematisch benachteiligt haben. So eignen sich quantitative Kriterien wie Drittmittelquoten und die Anzahl der Studierenden oder Promovierenden nicht als Parameter für den Geldfluss für die kleinen Fächer. Die Orientierung auf die ökonomische Verwertbarkeit von Forschungsergebnissen hat den Blick dafür verstellt, dass Fächer wie Islamwissenschaften oder Afrikanistik angesichts der wachsenden Verflechtungen in der Welt unverzichtbar sind.

DIE LINKE. begrüßt deshalb, dass die HRK statt quantitativer Berechnungsverfahren spezielle Ziel- und Leistungsvereinbarungen für die kleinen Fächer vorschlägt. Auch kann die von der HRK geleistete Begriffsbestimmung, welche Merkmale kennzeichnend sind für kleine Fächer, endlich zu einer gemeinsamen Bewertungsbasis führen

Wichtig ist uns auch, dass Spracherwerb und Auslandsaufenthalt nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet werden. Hier schnürt der Bologna-Prozess die kleinen Fächer in ein Korsett, das den Erwerb von Sprachkenntnissen erschwert. Sie sind aber unabdingbare Voraussetzung für Studium, Forschung und Beruf. Bund und Länder sind nun aufgefordert, hier entsprechende Regelungen zu schaffen.

Die von der HRK vorgeschlagene Förderinitiative darf nicht zu einem neuen Elitewettbewerb ausarten. Denn schon die Exzellenzinitiative hat gezeigt: Mit Elitewettbewerben schützt man Orchideen nicht, sondern nur mit einer besseren finanzielle Ausstattung.

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