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»Nie aufgehört, an Menschlichkeit und an eine bessere Gesellschaft zu glauben«

Pressemitteilung von Dietmar Bartsch, Sahra Wagenknecht,

Foto: Bundesarchiv

 

 

Zum Tod von Hermann Kant erklären die Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch: 

 

Mit großer Trauer nehmen wir die Nachricht vom Tod des Schriftstellers Hermann Kant zur Kenntnis, der noch vor wenigen Wochen seinen 90. Geburtstag feierte. Wir erinnern an einen bedeutenden Schriftsteller, der auch uns mit seinem literarischen Werk geprägt und der nie aufgehört hat, an Menschlichkeit und an eine bessere Gesellschaft zu glauben. Hermann Kants Romane gehören zu den herausragenden Werken der deutschen Nachkriegsliteratur. Er war überzeugter Kommunist. Reich-Ranickis kritisch gemeintes Urteil, er sei ein "harter und intelligenter Gegner unserer westlichen Welt",  hat Kant sicher als Kompliment aufgefasst.

Sein bekanntester Roman "Die Aula" hat Millionen Menschen fasziniert, so auch uns.

In einem anderen Roman "Der Aufenthalt" begegnen wir einem jungen Wehrmachtssoldaten, der das, was man ihm vorwirft, nicht getan hat, aber auch nicht unschuldig ist. Nach dem verlorenen Krieg wird er inhaftiert und denkt darüber nach, warum alles so gekommen ist und was die Vergangenheit mit ihm zu tun hat. 

Die Auseinandersetzung mit der Nazizeit und ihren Folgen und der Aufbau einer neuen besseren Gesellschaft war sein Thema. Seine grundsätzliche Unterstützung der DDR hinderte ihn nicht daran, zu vielen Zügen des Alltags, zu Ungerechtigkeiten in der DDR kritisch auf Distanz zu gehen. 

Hermann Kant wird ein umstrittener Schriftsteller bleiben.

Mit seiner Klarheit und seinen Überzeugungen wird er fehlen. Seiner Familie übermitteln wir unser aufrichtiges Beileid. 

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