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Mehr Studierende brauchen mehr Hochschullehrer

Pressemitteilung von Petra Sitte,

"Obwohl der wissenschaftliche Nachwuchs das Gros der Arbeit an den Hochschulen leistet, ist er das Stiefkind der deutschen Hochschulpolitik. Das muss sich endlich ändern", fordert die forschungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Petra Sitte, anlässlich der heutigen Konferenz des Bildungsministeriums "Lust auf wissenschaftliche Karriere in Deutschland". Sitte weiter:

"Wenn wir mehr Menschen mit Hochschulabschluss wollen und die Qualität der Ausbildung an den Hochschulen verbessern wollen, brauchen wir künftig auch deutlich mehr Hochschullehrer. DIE LINKE unterstützt daher den aktuellen Vorschlag der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), ein Bund-Länder-Programm für 10.000 zusätzliche Stellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs aufzulegen.

Schon heute werden die Aufgaben der Hochschulen nur zu einem Fünftel von Hochschullehrern mit Dauerstellen geleistet. Dagegen wächst der Anteil befristeter und schlecht bezahlter Stellen. Schätzungen zufolge halten so genannte Lehrbeauftragte bis zu 50 Prozent der Lehrveranstaltungen an Fachhochschulen ab. Ich erwarte, dass die heutige Konferenz den Verantwortlichen in Bund und Ländern hinsichtlich der zunehmend prekären Arbeitsbedingungen für Hochqualifizierte an den Hochschulen die Augen öffnet. Es gibt zu wenig Stellen für die Qualifizierungsphase und zu wenig Dauerstellen mit eigenständiger Forschungs- und Lehrtätigkeit für die Zeit danach. Nirgendwo in vergleichbaren Wissenschaftssystemen ist der „Flaschenhals“ auf dem Weg zur unbefristeten, eigenständigen Wissenschaftlertätigkeit so eng wie in Deutschland.

Wissenschaft wird schließlich durch fehlende Perspektiven für gute Beschäftigung gegenüber anderen beruflichen Feldern weniger attraktiv für kompetenten Nachwuchs. Schon jetzt bedeutet der häufige Wechsel von befristeten Mitarbeitern für die Hochschulen, dass beständig Know-How verloren geht. Bund und Länder kommen nicht daran vorbei, mehr Geld für die Grundfinanzierung der Hochschulen in die Hand zu nehmen. Nur mit deutlich mehr Studienplätzen und deutlich mehr Stellen für die wissenschaftliche Qualifizierung wird unsere Bildungspolitik zukunftsfest."

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