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Mehr als eine Million Langzeiterwerbslose – Regierung bleibt Antwort auf Krise am Arbeitsmarkt schuldig

Pressemitteilung von Sabine Zimmermann,

„Die Arbeitslosigkeit verfestigt sich von Monat zu Monat. Immer mehr Erwerbslose rutschen in die Langzeitarbeitslosigkeit ab. Im Februar stieg deren Zahl auf über eine Million, ein Anstieg um 41,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch auf die beispiellose Krise am Arbeitsmarkt bleibt die Bundesregierung überzeugende Antworten schuldig“, erklärt Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, zum aktuellen Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit. Zimmermann weiter:

„Wir brauchen dringend eine bessere soziale Absicherung. Viele Erwerbslose scheitern an den hohen Zugangshürden für den Bezug von Arbeitslosengeld und landen gleich in Hartz IV. Die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten muss sofort von der Bundesregierung gestoppt werden. Der Zugang zur Arbeitslosenversicherung muss generell erleichtert werden. Das Arbeitslosengeld muss von 60 Prozent auf 68 Prozent des Nettoentgelts angehoben und die Bezugsdauer verlängert werden. Hartz IV muss durch eine sanktionsfreie Mindestsicherung ersetzt werden, die wirklich vor Armut schützt und Teilhabe ermöglicht. Wenn die Corona-Pandemie überwunden ist, muss dringend mehr für die vielen Langzeitarbeitslosen getan werden. Dazu gehört auch deutlich mehr gute öffentlich geförderte Beschäftigung, von der die Menschen leben können und die ihnen eine Perspektive gibt.

Viele Beschäftigte sind immer länger in Kurzarbeit. Und bei vielen reicht das Kurzarbeitergeld kaum aus, um über die Runden zu kommen: 60 bzw. 67 Prozent mit Kind oder auch 70 bzw. 77 Prozent nach drei Monaten von einem niedrigen Lohn, zum Beispiel im Einzelhandel, in der Gastronomie oder im Hotelgewerbe, sind zum Leben zu wenig. Das Kurzarbeitergeld muss auf 90 Prozent des Nettoentgelts erhöht werden. Und wir brauchen auch eine Haltelinie nach unten: ein Mindest-Kurzarbeitergeld in Höhe von 1.200 Euro.“