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Mehr Absolventen - weniger Studienplätze! Bundesregierung lässt Chancen verstreichen!

Pressemitteilung von Nele Hirsch,

Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden auf der Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte, ist die Zahl der potenziellen Studierenden in der Bundesrepublik im letzten Jahr deutlich gestiegen. Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Nele Hirsch:

Wir begrüßen die positive Entwicklung der Absolventenzahlen zur Erlangung einer Hochschulzugangsberechtigung. Umso bedenklicher ist für uns allerdings, dass für viele der Absolventinnen und Absolventen die Aufnahme eines Studiums trotz ihrer formalen Zugangsvoraussetzung schwierig oder sogar unmöglich ist. Hintergrund ist die mangelnde Studienfinanzierung und der fehlende Ausbau von Studienplätzen.

Die Bundesregierung hat es auch in diesem Jahr abgelehnt, eine Anpassung der Freibeträge und Bedarfssätze beim BAföG vorzunehmen. Immer weniger Studieninteressierte werden so einen Förderanspruch geltend machen können. Dazu kommt die fatale Entscheidung zahlreicher Bundesländer zur Einführung von Studiengebühren. Wer keine reichen Eltern hat, wird sich in dieser Situation oft kein Studium mehr leisten können. Der von der Bundesregierung in Auftrag gegebene KfW-Studienkredit ist hierbei keine Lösung, da der zu erwartende Schuldenberg nach dem Studium viele abschreckt.

Auch die Verantwortung für den erforderlichen Ausbau der Studienplatzkapazitäten wird von der Bundesregierung nur unzureichend wahrgenommen. Die jetzt von den Schülerinnen und Schülern erworbene Hochschulzugangsberechtigung ist deshalb häufig keine Berechtigung zur Aufnahme eines Studiums. Sie berechtigt nur noch zur Teilnahme an einem Auswahlverfahren. Wenn die Bundesregierung weiter an solch einer Politik festhält, wird sie ihr erklärtes Ziel der Steigerung der Studierendenquote verfehlen.

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