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Langzeiterwerbslose qualifizieren, Arbeitgeber in die Pflicht nehmen, öffentlich geförderte Jobs schaffen

Pressemitteilung von Sabine Zimmermann,

"Um Langzeiterwerbslosigkeit wirkungsvoll zu bekämpfen brauchen wir deutlich mehr und bessere Qualifikationsmaßnahmen, um den Betroffenen den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dazu muss der Kahlschlag bei der Arbeitsförderung beendet werden. Ferner sollte die Bundesregierung darüber nachdenken, wie sie die Arbeitgeber stärker in die Pflicht in die Pflicht nehmen kann, statt Langzeiterwerbslose von vornherein abzuschreiben. Und wir brauchen gute öffentlich geförderte Beschäftigung für jene, denen der Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt nicht gelingt", erklärt Sabine Zimmermann zu der von der Bundesagentur für Arbeit (BA), dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Landkreistag vorgeschlagenen Strategie zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter:

"Obwohl die Langzeitarbeitslosigkeit seit Monaten zunimmt und das Problem fehlender oder veralteter Qualifikation bekannt ist, tut sich in Sachen Weiterbildung praktisch nichts. Nach der aktuellen BA-Statistik ist die Zahl der Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen mit dem Ziel eines Berufsabschlusses im gleitenden Jahresdurchschnitt sogar um 2,9 Prozent auf 61.060 gefallen. Im Bereich des SGB II (Hartz IV) beträgt das Minus sogar 6,1 Prozent. Hier brauchen wir einen Kurswechsel, der eine bessere Finanzierung der Arbeitsförderung und einen Rechtsanspruch der Betroffenen auf Weiterbildung einschließt.

Ein weiteres Problem, das dringend einer Lösung bedarf, ist, dass viele Unternehmen aufgrund von Vorurteilen nicht bereit sind, Langzeiterwerbslose einzustellen. Nach einer Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gibt nur jeder dritte Betrieb langzeitarbeitslosen Bewerbern im Einstellungsprozess eine Chance. Dabei beurteilen die Betriebe, die Langzeiterwerbslose einstellen, deren Arbeitsmotivation und Zuverlässigkeit als überwiegend gut oder sogar sehr gut.

Ein weiterer zentraler Baustein bei der Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit ist die Schaffung öffentlich geförderter Beschäftigung. Dabei muss allerdings sichergestellt werden, dass keine bestehende Beschäftigung verdrängt wird, dass die Beschäftigten freiwillig arbeiten und nach Tarif bezahlt werden."

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