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Landwirtschaftliche Fachvermittlung statt Onlinechaos

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

Zur angekündigten Auflösung der Fachvermittlung Landwirtschaft innerhalb der Bundesagentur für Arbeit erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. und Mitglied des Fraktionsvorstandes:

Fachvermittlerinnen und Fachvermittler durch eine Datenbank und einen Computer zu ersetzen, mag dem aktuellen Zeitgeist entsprechen. Richtig ist es deswegen noch lange nicht. Gerade für die Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft werden Fachleute gebraucht, sowohl in der Vermittlung als auch auf dem Feld. Erst Recht bei der Vermittlung der saisonal anfallenden Arbeit. Das stellt an die Vermittlung besondere Ansprüche. Schließlich muss für eine oft schlecht bezahlte und schwere Arbeit motiviert werden. Außerdem müssen mediativ die Interessen der Arbeitssuchenden und der landwirtschaftlichen Betriebe in Einklang gebracht werden. Ob das eine Datenbank kann? Die Fachagenturen hatten jedenfalls Erfolg, der nicht riskiert werden darf. Daher fordere ich angesichts der Vorteile einer fachlichen Beratung und Betreuung, sie nicht sehr kurzfristigen Einspareffekten zu opfern. Das gilt nicht nur, aber gerade in dieser Branche.

Die Eberswalder Fachvermittlung für landwirtschaftliche Fachkräfte der Bundesagentur für Arbeit war eines der wenigen positiven Beispiele bei der Umsetzung der viel kritisierten Seehoferschen Eckpunkteregelung für Erntehelfer. Durch persönliche Betreuung von Arbeitslosen und den landwirtschaftlichen Betrieben gelang es den Fachvermittlerinnen im vergangenen Jahr insgesamt 254 Arbeitnehmer als Erntehelfer zu vermitteln. Ziel muss sein, die ca. 300.000 Saisonarbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft dem einheimischen Arbeitsmarkt wieder zugänglich zu machen.

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