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Konferenz zur Nahrungsmittelsicherung: Kein Anlass zu Optimismus

Pressemitteilung von Hüseyin Aydin,

„Wenn es der Bundesregierung mit der Hungerbekämpfung und der Beseitigung der strukturellen Hungerursachen ernst ist, dann muss sie sich auf europäischer und internationaler Ebene weitaus stärker und glaubwürdiger für politische Maßnahmen einsetzen, die an den Krisenursachen ansetzen und über rein kosmetische Finanzspritzen hinausgehen“, so Hüseyin Aydin zum Abschluss der Konferenz über Lebensmittelsicherheit in Madrid. Der Obmann für DIE LINKE im Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung weiter:

„Hierzu gehört die Unterstützung des Aufbaus sozialer Systeme in den Staaten des Südens, die Korrektur der ungleichen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen sowie die Einleitung einer ökologisch und sozial nachhaltigen Agrarwende. Die Konferenz in Madrid bietet hier keinen Anlass zu Optimismus, denn konkrete Zielformulierungen für strukturelle Maßnahmen standen nicht auf dem Programm.

Damit ist zu befürchten, dass sich Madrid in die lange Reihe leerer Versprechen einreiht. So versprach die internationale Gemeinschaft unter dem Eindruck der akuten globalen Nahrungsmittelkrise, die zu Hungerunruhen und politischer Instabilität in vielen Entwicklungsländern führte, bereits auf dem Welternährungsgipfel 2008 in Rom entschlossenes Handeln. Doch die dort gemachten Mittelzusagen von 22 Milliarden US-Dollar wurden deutlich verfehlt. Weltweit werden die notwendigen Ausgaben zur Gewährleistung der Nahrungsmittelsicherheit auf bis zu 40 Milliarden US-Dollar beziffert. Davon sind Industriestaaten und internationale Organisationen somit weit entfernt. Die strukturellen Probleme der Nahrungsmittelunsicherheit im Süden haben sie seither nicht ernsthaft bekämpft. So stieg die Zahl der Hungernden sogar weiter auf fast 1 Milliarde Menschen weltweit an.“