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Klimaschutz setzt Braunkohle klare Grenzen / Lausitzer Revier hat Perspektive bis 2050, ohne weitere Dörfer abzubaggern

Pressemitteilung von Hans-Kurt Hill,

Zu der von der Linkspartei in Auftrag gegebenen Studie "Zukunft der Lausitzer Braunkohle" erklärt Hans-Kurt Hill, energiepolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.:

Die Energiewirtschaft muss ihre Pläne für neue Braunkohle-Blöcke einstampfen. Die aktuellen Vorgaben der EU-Kommission für Deutschland zur Senkung der Klimagase machen das klar. Dem Klimawandel kann mittelfristig nur ohne die CO2-intensive Braunkohle wirksam begegnet werden. DIE LINKE. fordert von der Bundesregierung deshalb ein Eingreifen in die Kraftwerksplanung der Energiekonzerne.

Allein die von RWE und Vattenfall geplanten 3.800 Megawatt Braunkohle-Blöcke an 5 Standorten werden jährlich 25 Millionen Tonnen schädliche Klimagase ausstoßen. Als Erdgaskraftwerke gebaut, läge der jährliche CO2-Ausstoß rund 15 Millionen Tonnen niedriger. Noch wirksamer ist der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung, welche die eingesetzte Energie hocheffizient nutzt. Doch davon und von CO2-freien erneuerbaren Energien ist in der Planung der Energiekonzerne nach wie vor keine Rede.

Gleichzeitig kommt DIE LINKE. in einem heute veröffentlichten Kurzgutachten zu dem Schluss, dass die Verstromung von Lausitzer Braunkohle bis 2050 fortgeführt werden kann. Bei einem "moderaten Klimaschutz-Szenario" kann auf ein Abbaggern neuer Braunkohlefelder in der Lausitz verzichtet werden. Dies würde die Umsiedlung tausender Menschen verhindern und die CO2-Emission senken.

Das Gutachten belegt, dass die Verstromung von Lausitzer Braunkohle bis 2050 allein aus den genehmigten Tagebaufeldern fortgeführt werden kann. Eine Erweiterung der Tagebaue Welzow und Nochten sowie die damit verbundene Zerstörung von Ortschaften sind nicht nötig. Dabei wird von der planmäßigen Abschaltung der von der DDR errichteten ineffizienten 500 MW-Kraftwerksblöcke in Boxberg und Jänschwalde um 2020 ausgegangen. Mit diesem Szenario würden bis zu 105 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) gegenüber einem "Weiter-Wie-Bisher-Szenario" eingespart werden.

Die massenhafte Verbrennung fossiler Brennstoffe ist Hauptursache für den Klimawandel. Braunkohle ist dabei der klimaschädlichste Energieträger. Deutschland muss den CO2-Ausstoß bis 2050 um mindestens 80 Prozent reduzieren, um einen angemessenen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des jüngsten UN-Klimaberichts sind der Braunkohlenutzung daher klare Grenzen gesetzt. Gleichzeitig haben die Menschen in der Region aber Anspruch auf eine sichere Perspektive, bis ein Umbau der Energieversorgung hin zu Energieeffizienz und erneuerbaren Energien vollzogen ist.

Die Studie ist online unter dokumente.linksfraktion.de/download/7720492242.pdf verfügbar.

Für Rückfragen: Hans-Kurt Hill: 030-22772477 oder 0176-23275163

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