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Keine Entwarnung bei atypischer Beschäftigung

Pressemitteilung von Jutta Krellmann,

"Die aktuellen Zahlen zu Minijobs, Leiharbeit und anderen prekären Arbeitsverhältnissen sind kein Grund zur Entwarnung", kommentiert Jutta Krellmann, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für Arbeit und Mitbestimmung, die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten zur atypischen Beschäftigung in Deutschland. "Man muss sich die Statistik genau ansehen. Ein wichtiger Bereich atypischer Beschäftigung wird in der Statistik gar nicht erfasst: die Werkverträge. Das hat die Bundesregierung zu verantworten, die nach dem Prinzip verfahren will: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß." Krellmann weiter:

"Das ausgerechnet Werkverträge nicht berücksichtigt werden, ist ein Skandal. Verschiedene Gewerkschafts-Studien zeigen, dass gerade in diesem wachsenden Bereich immer öfter zu Niedriglöhnen gearbeitet wird. Auch darf das sogenannte Normalarbeitsverhältnis nicht verwechselt werden mit Vollzeitbeschäftigung. Denn in der Statistik gilt bereits jede Beschäftigung mit mehr als 20 Stunden als 'Normalarbeitsverhältnis'. Damit gerät ein beträchtlicher Teil der 'Unterbeschäftigten' aus dem Blick, die unfreiwillig in Teilzeit arbeiten.

Unterm Strich bleibt: Trotz vergleichsweise stabiler Konjunktur liegt die Zahl der Vollzeitbeschäftigten heute immer noch deutlich unter dem Niveau, das vor den Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 bestand. Die überwältigende Mehrheit der atypisch Beschäftigten hat, anders als die Regierung behauptet, den Sprung in ein Normalarbeitsverhältnis nicht geschafft."

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