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Keine Blankozustimmung zu Einheits- und Freiheitsdenkmal

Pressemitteilung von Lukrezia Jochimsen,

Anlässlich der Diskussion zum Einheits- und Freiheitsdenkmal im Ausschuss für Kultur und Medien erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Luc Jochimsen:

"Solange es kein Konzept für ein Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin gibt, außer der Vorstellung, es solle auf dem Schlossplatz und am besten auf dem Sockel des leeren Denkmals von Kaiser Wilhelm I. errichtet werden, kann die Linksfraktion diesen Plan nur ablehnen".

Die Debatte über ein nationales Einheits- und Freiheitsdenkmal auf der Schlossfreiheit kann nicht losgelöst von der Diskussion über den Platz und seine Nutzung als Ganzes geführt werden.

Wir unterstützen das Anliegen, an die Demokratiebewegung von 1989 und 1990 in der DDR zu erinnern. Sie war und bleibt ein herausragender Bestand deutscher und europäischer Geschichte und damit unserer Erinnerungskultur.

Der Schlossplatz - einer der wichtigsten Orte der Hauptstadt und des Landes - harrt noch seiner Neubestimmung. Die Entscheidung zum teilweisen Aufbau des Berliner Schlosses und zur Rekonstruktion der Schlossfassade ist gefallen. Der Palast wird abgetragen. Eine konzeptionelle Debatte ist noch möglich. Das Projekt des Humboldt-Forums muss nun mit einem konkreten und nachvollziehbaren Nutzungs- und Raumkonzept versehen werden. Die Linksfraktion plädiert für ein integriertes Konzept eines neuartigen Wissenschafts- und Kulturzentrums mit der Agora als eine in öffentlicher Trägerschaft betriebenen Diskursplattform. Die Erinnerung an die Geschichte des Landes mit ihren Brüchen sollte dabei ihren Platz haben.

Wir setzen uns für eine breite öffentliche Debatte um unsere Geschichte mit ihren Widersprüchen an diesem Ort ein. Vom Parlament sollte ein Zeichen ausgehen, in neuer Weise darüber zu diskutieren, wie der Schlossplatz und das geplante Humboldt-Forum zu einem nicht nur symbolischen, sondern realen Mittel- und Treffpunkt einer lebendigen, streitbaren Demokratie werden kann.