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"Kein Kampfeinsatz" statt "klimatisierter Kampfeinsatz"

Pressemitteilung von Paul Schäfer,

Zur möglichen Vermietung deutscher Leopard A6M-Panzer an kanadische Truppen in Afghanistan erklärt der Verteidigungspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE., Paul Schäfer:

In Afghanistan stehen ohnehin schon zu viele deutsche Waffen - auch jenseits der "Marder" und "Tornados", die die Bundeswehr selbst mitgebracht hat: Das fängt bei Panzerhaubitzen für die niederländischen Truppen an und hört bei Granatwerfern und Sturmgewehren für britische Soldaten noch lange nicht auf. Dass die Bundesregierung ihren vermeintlichen Bündnis- und Unterstützungspflichten offenbar mit verstärkten Rüstungsexporten nachzukommen gedenkt, ist nicht akzeptabel. Die Fraktion DIE LINKE. fordert die Bundesregierung auf, eine eventuelle Anfrage Kanadas nach Mietpanzern abzulehnen.

Dass Kanada seine Truppe mit besserer Panzerung und Klimaanlagen vor den Unannehmlichkeiten eines Kampfeinsatzes schützen will, ist verständlich. Besser wäre allerdings, den Kampfeinsatz zu beenden und so nicht nur die eigenen Soldaten, sondern auch die afghanische Zivilbevölkerung zu schützen.

Modernere Panzer tragen nicht zur Befriedung der Lage bei. Ein Kampfeinsatz bleibt ein Kampfeinsatz, auch wenn er aus einem klimatisierten Panzer geführt wird. Er wird weiterhin zivile Opfer fordern und so die Bemühungen um Wiederaufbau und Deeskalation untergraben. Die von Kanada erwogene Alternative, mit den alten Panzern einfach weniger Einsätze zu fahren, wäre dagegen ein Schritt in die richtige Richtung - wenn auch ein unfreiwilliger.

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