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Integration ist und bleibt eine soziale Frage

Pressemitteilung von Sevim Dagdelen,

"Migranten erzielen die Bildungserfolge nicht wegen, sondern trotz der schlechten Integrationspolitik. Die sehr unterschiedlichen Lebenslagen von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sind Realität. Daran wird sich unter CDU/CSU und SPD auch nichts ändern", erklärt Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der heutigen Vorstellung der Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung "Neue Potenziale". Dagdelen weiter:




"An der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebenswirklichkeit von Migranten hat sich nichts Wesentliches zum Besseren geändert. Zwar gab es in Teilbereichen wie Bildung und Arbeit Verbesserungen, immer noch sind aber Migranten doppelt so häufig betroffen von Arbeitslosigkeit, Armut und Schulabbrüchen, sie sind doppelt so häufig auf staatliche Hilfen angewiesen und leben trotz Erwerbstätigkeit doppelt so häufig unterhalb der Armutsgrenze wie Menschen ohne Migrationshintergrund. Und schlimm ist, dass die Bundesregierung nach wie vor dafür sorgt, dass Armut und sozialer Status vererbt werden. Immer noch entscheidet der Geldbeutel der Eltern über den Zugang zu Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder. Die große Koalition will den großen Reformstau zugunsten eines sozial gerechteren Bildungswesens nicht auflösen. Betroffen sind davon vor allem die Kinder und Enkel von türkischen Migranten, die jahrzehntelang ausgegrenzt wurden.

DIE LINKE fordert endlich eine radikale Abkehr von der Agenda-Politik. Ein gesetzlicher, existenzsichernder, flächendeckender Mindestlohn von zehn Euro die Stunde, eine sichere Rente, die vor Altersarmut schützt, sowie ein Bildungs- und Ausbildungssystem, das jedem Jugendlichen eine Ausbildung garantiert, sind dringend notwendig. Auch ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren würde Menschen vor Diskriminierung und Rassismus schützen."

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