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Homosexuellen-Mahnmal darf nur der Anfang sein

Pressemitteilung von Barbara Höll,

"DIE LINKE begrüßt die Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen", sagt Barbara Höll. "Es ist ein entscheidender Schritt hin zur Anerkennung des Unrechts, das Homosexuelle erlitten haben, dem weitere folgen müssen. 16 Jahre nachdem die Initiative "Der homosexuellen NS-Opfer gedenken" den Bau eines Mahnmals angeregt hat, wird nun an prominenter Stelle den Lesben und Schwulen die während des Nationalsozialismus, verfolgt, diskriminiert, verhaftet, zwangskastriert oder ermordet wurden gedacht", so die Sprecherin für gleichgeschlechtliche Lebensweisen der Fraktion DIE LINKE. Höll weiter:

"Die Eröffnung des Mahnmals durch den CDU-Kulturstaatsminister Bernd Neumann ist auch ein Zeichen der zunehmenden Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen. Immerhin hat die CDU/CSU den Bau des Mahnmals im Jahr 2003 als einzige Bundestagsfraktion abgelehnt.

Der Anerkennung des durch die Nationalsozialisten begangenen Unrechts muss die Anerkennung des in der Bundesrepublik begangenen Unrechts folgen. Mehr als 50.000 Schwule wurden von 1950 bis 1969 nach Paragraf 175 StGB zu zum Teil langjährigen Haftstrafen verurteilt. Es ist ein Skandal, dass die Opfer dieses Unrechts noch nicht rehabilitiert und entschädigt wurden.

Die Bundesregierung ist zudem gefordert, endlich den Bundestagsbeschluss aus dem Jahr 2003 zum Wiederaufbau des Instituts für Sexualwissenschaften umzusetzen. Die Nationalsozialisten hatten das Institut des schwulen Wissenschaftlers Magnus Hirschfeld 1933 zerstört.

Und von der Toleranz zur Akzeptanz in der Gesellschaft ist es noch ein weiter Weg. Davon zeugt die jüngste Äußerung eines Trainers der Fußballbundesliga, der Schwule in die Nähe von Kinderschändern rückte. Es gibt noch viel zu tun."

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