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Heroinmodell: Ideologischer Fundamentalismus triumphiert über wissenschaftliche Ergebnisse

Pressemitteilung von Monika Knoche,

Monika Knoche, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende DIE LINKE., sagt zur Einigung der Koalitonsspitze, das Heroinmodell auslaufen zu lassen:

Die Einigung der Koalitonsspitze, die Heroinbehandlung nur bei Denjenigen zu Ende zu führen, die bereits in Behandlung sind, die Heroinversorgung indes nicht in die Regelversorgung für Schwerstabhängige zu überführen, ist vor dem Hintergrund der positiven Ergebnisse der Heroinstudie absolut unverständlich. Hier triumphiert ideologischer Fundamentalismus über wissenschaftlichen Erkenntnissen. Schwerstabhängigen die Behandlung vorzuenthalten ist unethisch.

Bisher hat sich die SPD-Fraktion für eine gesetzliche Regelung der Heroinvergabe stark gemacht. Nun enttäuscht die Partei auf ganzer Linie und desavouiert auch noch die eigene Drogenbeauftragte Sabine Bätzing. Die hatte sich noch Anfang November mit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Diamorphinbehandlung für eine gesetzliche Regelung zur Abgabe von Heroin an Schwerstabhängige ausgesprochen.

Und innerhalb der Union scheinen sich wider besseren Wissens der unionsgeführten Länder, die Heroinambulanzen betreiben, die Hardliner durchgesetzt zu haben. So wollen Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg weiter Heroin abgeben.

Die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag hat im Sommer einen Antrag zur Überführung des Heroinmodells in die Regelversorgung eingebracht und wird auf die Durchsetzung dringen. Es bleibt zu hoffen, dass es genügend aufgeklärte und aufrechte Koalitionsabgeordnete gibt, die einem entsprechenden Gruppenantrag zustimmen werden. Die Heroinvergabe an Schwerstabhängige hat sich in einem zweijährigen wissenschaftlich begleiteten Modellprojekt als erfolgreiche Therapieform etabliert. Einem großen Teil der Abhängigen ging es bereits nach einem Jahr gesundheitlich deutlich besser, sie waren aus der Drogenszene ausgestiegen und die Beschaffungskriminalität verringerte sich um mehr als zwei Drittel.