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H5N1 ist weiterhin präsent

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

Angesichts der heutigen öffentlichen Anhörung im Bundestagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zum Thema „Impfstrategie zur Bekämpfung der Geflügelpest?“, erklärt die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Kirsten Tackmann:

Die zurzeit in der Bundesrepublik fehlenden Nachweise von H5N1 Asia dürfen nicht sorglos machen - die Situation bleibt gefährlich! Die hochpathogene Virusvariante ist bei heimischen Wildvögeln präsent, ihre tatsächliche Verbreitung aber unbekannt. Aus Rumänien wissen wir, wie schnell die Situation eskalieren kann.

Die großen Wissenslücken über diese Infektion sind das eigentliche Risiko. Es sind dringend wissenschaftliche Konzepte zu fordern für eine wirksame und gleichzeitig kosteneffektive Verhütung und Bekämpfung der Geflügelpest. Das gleiche gilt auch für andere Tierseuchen wie Schweinepest und MKS. Erst Recht unter den Bedingungen der weltweiten Verschleppungsgefahren durch den immensen Handels- und Personenverkehr einer globalisierten Welt. Die Politik muss die notwendigen Rahmenbedingungen dafür schaffen! Diese Konzepte müssen eine ernsthafte Prüfung von Impfoptionen einschließen, die auch die Interessen der verschiedenen Tierhalter berücksichtigen.

Aber alle Überlegungen haben eine wesentliche Grundvoraussetzung: eine gültige Bewertung der Gefährdung. Für diese Bewertung ist das Institut für Epidemiologie des Friedrich-Löffler-Instituts am Standort Wusterhausen zuständig. Hier werden die verschiedenen Handlungsoptionen evaluiert und weiter entwickelt. Allerdings mit einer miserablen Personalausstattung, auf die ich mehrfach - zuletzt im Rahmen der Haushaltsdiskussion - hingewiesen habe.

Es wird ein epidemiologisches Zentrum benötigt, das den wachsenden Aufgaben entsprechend ausgestattet ist - finanziell wie personell. Unter anderem daran wird sich das für Juli angekündigte Konzept von Minister Seehofer zur Neuordnung der Agrarressortforschung messen lassen.

Nur durch wissenschaftlich begründete Handlungsstrategien kann in Krisen wie Schweine- und Geflügelpestausbrüchen, das Vertrauen der Verbraucher/innen erhalten und die Verluste für die Landwirt/innen so gering wie möglich gehalten werden. Das zu sichern wäre die Aufgabe von Minister Seehofer - stattdessen kommentiert er lieber die Gesundheitsreform.

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