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Grundsatzposition des Bundespräsidenten zur Integration ist zu begrüßen

Pressemitteilung von Hakki Keskin,

Bundespräsident Horst Köhler hat sich gestern in Weißwasser zur aktuellen Integrationsdebatte geäußert. Presseberichten zufolge betonte das deutsche Staatsoberhaupt selbstkritisch, dass hierzulande das Integrationsthema viel zu lange vernachlässigt wurde und die deutsche Aufnahmegesellschaft größere Anstrengungen unternehmen müsse, damit sich zuziehende Einwanderer bei uns wohl fühlen könnten. Hakki Keskin, Mitglied der Fraktion DIE LINKE.begrüßt dies.

Ich begrüße diese Grundsatzposition des Bundespräsidenten ausdrücklich, denn sie bedeutet die offizielle Anerkennung der praktisch längst vollzogenen Lebenswirklichkeit in Deutschland. Verbindliche Richtschnur der Integrationspolitik müssen ohne Wenn und Aber die Werte des Grundgesetzes und die Menschenrechte sein. Ein wesentliches Instrument, um die hier lebenden Migranten mit den Werten des Grundgesetzes frühzeitig vertraut zu machen, bildet ihre zügige Einbürgerung. Nur wer vollwertiger Staatsbürger mit gleichen Rechten und Pflichten werden kann, der wird auch die eigene Bereitschaft zur Integration und die Selbstidentifikation mit unserem Land mitbringen bzw. entwickeln.

Hierbei ist allerdings die Tolerierung der Beibehaltung der ursprünglichen Staatsbürgerschaft zu akzeptieren. Dies wäre ein wichtiges Signal an die Einzubürgernden, dass sie ihre erworbene kulturelle Identität nicht aufgeben brauchen. Eine Unterordnung der Migranten unter die kulturellen Werte der deutschen Mehrgesellschaft würde hingegen die Assimilation bedeuten. Eine Gesellschaft der kulturellen Vielfalt, in der alle hier lebenden Menschen loyale Staatsbürger sind, ist eine weitaus größere Bereicherung.