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Gauck in Griechenland: Wohlfeile Worte genügen nicht

Pressemitteilung von Ulla Jelpke,

"Worte des Bedauerns reichen nicht", erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, zum Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck im griechischen Dorf Lyngiades. Die Ortschaft war 1943 von der Wehrmacht zerstört worden, 82 Menschen wurden damals ermordet. Jelpke weiter:

"Nichts gegen symbolische Erinnerungspolitik - aber sie darf kein Vorwand sein, um sich vor längst fälligen Entschädigungszahlungen zu drücken. Bis heute haben die Opfer der Wehrmachtsmassaker in Griechenland – wie auch an anderen Orten Europas – keinen Cent Entschädigung erhalten. Die Bundesregierung hat durch diplomatischen Druck sogar die Umsetzung von Gerichtsurteilen verhindert, mit denen griechische Gerichte Deutschland etwa im Fall Distomo zur Zahlung von umgerechnet 28 Millionen Euro verurteilt haben.

Es ist richtig, dass Gauck an die deutschen Verbrechen erinnert, aber es genügt nicht. Wenn der Bundespräsident sich nicht vorwerfen lassen will, nur wohlfeile rhetorische Floskeln im Gepäck zu haben, sollte er sich klipp und klar dafür aussprechen, Griechenland Verhandlungen über ausstehende Reparationen und die Rückzahlung der Zwangsanleihe anzubieten, die die Nazis 1942 erpresst hatten."

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