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Fauler Kompromiss statt klarer Signale

Pressemitteilung von Agnes Alpers,

"Der Deutsche Qualifikationsrahmen soll dazu dienen, Kompetenzen und Qualifikationen zu vergleichen: Dieses Projekt ist vorerst gescheitert", so Agnes Alpers, Sprecherin für berufliche Aus- und Weiterbildung der Fraktion DIE LINKE, zur heutigen Beratung über die Einordnung von Berufsabschlüssen und der allgemeinen Hochschulreife in die Niveaustufen des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR). "Keiner der am DQR Beteiligten, auch Ministerin Schavan nicht, haben es geschafft, die Kultusminister der Länder von ihrem Irrweg abzubringen. Ihrer Meinung nach ist das deutsche Abitur mehr wert als eine duale Berufsausbildung und mehr wert als ein vergleichbarer europäischer Abschluss. Die Kultusminister schreiben damit dem deutschen Abitur ein Alleinstellungsmerkmal zu, das es faktisch gar nicht hat. Ein Blick über den heimischen Tellerrand genügt, um das festzustellen." Alpers weiter:

"Der heute geschmiedete Kompromiss ist mehr als faul, hat sich aber angekündigt. Nachdem alle Fraktionen zunächst einhellig die Gleichwertigkeit von Abitur und Berufsausbildung betont hatten, bröckelte nach und nach die Front gegen die KMK. Zuletzt plädierten SPD, CDU/CSU und FDP dafür, auf die Einordnung von Abschlüssen ganz zu verzichten, sollte keine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Diese Konfliktvermeidungsstrategie ist zum Nachteil aller aufgegangen. Der nun eingeschlagene Weg ist nicht nur ein Sonderweg in Europa, sondern führt Deutschland bildungspolitisch ins Abseits.

Für DIE LINKE steht weiterhin fest: Abitur und mindestens dreijährige Berufsausbildungen sind gleichwertig und gehören auf Stufe vier. Eine Entscheidung in diesem Sinne wäre ein klares Signal gewesen: für die Bildung, für Deutschland und für ein solidarisches Europa."

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