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Familiengipfel im Kanzleramt: Es bedarf mehr als nur schöner Worte

Pressemitteilung von Jörn Wunderlich,

Zum heutigen "Familiengipfel" im Kanzleramt erklärt der familienpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE., Jörn Wunderlich:

Ausdrücklich ist zu begrüßen, dass sich die Kanzlerin für eine familienfreundliche Arbeitswelt einsetzt. Allerdings ist Skepsis angebracht, ob die geplante Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung ausreicht, um nachhaltige Verbesserungen für Familien in Deutschland zu erreichen. Für die längst überfällige Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind in erster Linie Investitionen in die Kinderbetreuungsinfrastruktur notwendig. Hier hat die Bundesregierung noch kein überzeugendes Finanzierungskonzept vorgelegt und mit der Föderalismusreform die Regelungsmöglichkeiten des Bundes deutlich eingeschränkt.

Dem versprochenen Ausbau der Ganztagsbetreuung für die unter Dreijährigen sehe ich daher nicht kommen. Die Familien erwarten in diesem Bereich Taten - ein Ausbau sozialstaatlicher Angebote ist nach meiner Auffassung unumgänglich und erfordert auch das finanzielle Engagement der Arbeitgeber. Gleichzeitig ist die Wirtschaft aufgerufen, familienfreundliche Arbeitszeiten zu Existenzsichernden Löhnen zu schaffen. Bisher sind Minijobs oder kurze Teilzeit die oft einzigen Beschäftigungsverhältnisse, in denen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich ist. Solche Jobs haben nur den Hacken, dass man von ihnen nicht leben und in der Regel keine beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten hat. Wenn die Wirtschaft so etwas familienfreundlich nennt, müssen das die Menschen als Hohn empfinden.

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