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Erschreckende Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund ist ein Armutszeugnis für die deutsche Integrationspolitik

Pressemitteilung von Sevim Dagdelen,

Zur Vorabveröffentlichung des 2. PISA-Berichts erklärt die Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE., Sevim Dagdelen:

Der Bericht ist ein bitteres Armutszeugnis für eines der reichsten Länder der Welt, das angeblich seine Stärken in verstärkten Investitionen in ein zukunftsfähiges Bildungssystem sieht. Die Studie hat die gewaltige Schieflage im deutschen Bildungssystem deutlich gemacht, die zu Lasten der Kinder und Jugendlichen aus sozial schlechter gestellten Familien geht - und gerade Kinder mit Migrationshintergrund stammen mehrheitlich aus solchen Verhältnissen.

Dass sich diese Schieflage seit dem 1. PISA-Bericht weiter verstärkt hat, macht deutlich, wie notwendig eine Abkehr vom dreigliedrigen Schulsystem ist.

Wenn die Chancen der Arbeiterkinder sechs mal geringer sind als die der Kinder aus der Oberschicht, wenn jeder fünfte Schüler mit Migrationshintergrund die Schule ohne Abschluss verlässt, wenn nur 10 Prozent der Migrantenkinder die Hochschulreife erreichen, während ein Viertel ihrer deutschen Mitschüler das Abitur schafft, darf diese Entwicklung nicht weiter nur beklagt, sondern muss bekämpft werden. Dafür brauchen wir nicht nur länderübergreifende Förderprogramme für Migrantenkinder, sondern eine demokratische Bildungsreform, mit der die Chancenungleichheit überwunden werden kann. Ohne eine Steigerung der Finanzmittel, zusätzliche Lehrer, eine verstärkte Förderung des interkulturellen Lernens etc. wird das deutsche Bildungssystem auch beim 3. PISA-Bericht sitzen bleiben.

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