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Ehrenmal-Diskussion weist in die falsche Richtung

Pressemitteilung von Paul Schäfer,

Zur Diskussion um die Errichtung eines Ehrenmals für Soldaten, die im Ausland getötet wurden, erklärt Paul Schäfer, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.:

Die derzeitige Debatte um den Standort eines Ehrenmals blendet die zentrale Frage nach der Intention für die Errichtung eines Ehrenmals aus. Mit einem "Ehrenmal" für "gefallene" Soldaten wird die Annahme zementiert, der Tod im Rahmen eines Militäreinsatzes - und damit der Militäreinsatz selbst - sei grundsätzlich "ehrenhaft".

Diese unreflektierte Überhöhung kriegerischer Gewalt muss in aller Deutlichkeit abgelehnt werden - nicht zuletzt aufgrund der Befürchtung, dass solche Vorschusslorbeeren als Instrument genutzt werden, den militärinterventionistischen Kurs der Bundesregierung mit positiven Begriffen zu besetzen und so zu legitimieren. Ebenso muss der gleichfalls impliziten Botschaft, der Tod von Soldaten im Auslandseinsatz sei ehrenwerter als der ziviler Aufbau- und Entwicklungshelfer, widersprochen werden.

Wenn überhaupt, kann nur eine öffentliche Stätte der Erinnerung und des Gedenkens an die Toten ziviler wie militärischer Auslandseinsätze, die auch Raum lässt für kritische Besinnung und Mahnung, eine prüfenswerte Option darstellen.

F.d.R.

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