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Drogenbericht offenbart gravierende Mängel

Pressemitteilung von Frank Tempel,

„Dem Bericht fehlt jede Reflexion über gescheiterte Strategien und neue Wege. Sowohl bei steigenden wie auch bei sinkenden Konsumzahlen werden die alten Konzepte als Erfolg verkauft. Wir fordern stattdessen eine grundlegende Abkehr vom Drogenstrafrecht, während wir uns bei den legalen Drogen wie Tabak und Alkohol für einen besseren Verbraucherschutz und Werbeverbote einsetzen“, so Frank Tempel, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, zum heute vorgestellten Drogenbericht. Tempel weiter:

„Der Bericht hat eine Vielzahl von drogen- und suchtpolitischen Baustellen der Bundesregierung offenbart: So fehlt es an einer aussagekräftigen Datenlage zum Konsum von Crystal Meth sowie eine Erarbeitung und Finanzierung evidenzbasierter Präventionsmaßnahmen. Auch führt das Verbot von Cannabis nicht zu einem Rückgang des Konsums bei Jugendlichen. Hier wäre eine Cannabis-Regulierung unter Maßgabe eines Jugend- und Verbraucherschutzes notwendig. Darüber hinaus fehlt immer noch ein vollständiges Werbeverbot für Alkohol- und Tabakprodukte.

Selbst die Bundesdrogenbeauftragte hat heute auf Pressenachfrage im Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft zugegeben, dass ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum von Jugendlichen und Alkoholwerbung existiert. Die Rate der risikohaften Alkoholkonsumenten zwischen 18-19 Jahren liegt bei 54,2 Prozent(männlich). Für die Bundesdrogenbeauftragte besteht hier ein unmittelbarer Handlungsbedarf.

Prävention, Hilfe und Gesundheitsschutz müssen die Eckpfeiler einer erfolgreichen Drogenpolitik sein. Drogen sind Spiegel der Gesellschaft. Sie allein zu bekämpfen, ohne die sozialen Ursachen in den Blick zu nehmen, ist wie auf eine blinkende Warnlampe einzuschlagen.“

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