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Dioxine - die bekannten Unbekannten

Pressemitteilung von Eva Bulling-Schröter,

„Dioxine und Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind deutschlandweit ein Problem - und das werden sie wohl auch noch lange Zeit sein“, so die umweltpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Eva Bulling-Schröter auf die Antwort der Bundesregierung auf ihre Kleine Anfrage (Drs.: 16/12222). Anlass der Kleinen Anfrage war das Bekanntwerden der hohen Dioxinbelastung von Schafslebern. Die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Die Belastung des Bodens und der Gewässer mit Dioxinen und PCB ist hausgemacht. Zwar ist sie seit den 80er Jahren deutlich zurückgegangen, aber viele Lebensmittel sind belastet. Da tröstet es kaum, dass nationale oder EU-weit festgelegte Grenzwerte nicht überschritten werden. Hauptbelastungsquelle, so die Antwort der Bundesregierung, seien vor allen Dingen fetthaltige Lebensmittel tierischen Ursprungs. Genannt werden dabei Milch, Fleisch, Eier und Fisch. Am Ende der Nahrungskette steht der Mensch, bei dem sich die Gifte über Jahrzehnte anreichern. Dioxine sind Nebenprodukte bei der Herstellung chlororganischer Chemikalien oder bei Verbrennungsreaktionen. PCB wurden gezielt hergestellt, beispielsweise für Transformatoren, Lacke, Klebstoffe und Flammschutzmittel.

Es kann kaum dem Vorsorgeprinzip der Bundesregierung entsprechen, die Verantwortlichkeit für die Dioxin-Grenzwertüberschreitungen ausschließlich beim Lebensmittelunternehmer zu sehen. Und noch weniger kann es wahr sein, dass die Bundesregierung von einer Entschädigung der betroffenen Landwirte absieht, weil diese offensichtlich die lebensmittelrechtlichen Höchstgehaltsregelungen nicht eingehalten haben.

Hinsichtlich der aktuellen Debatte um Dioxine in Lebensmitteln fordert DIE LINKE die Bundesregierung auf, die Ergebnisse des seit 2004 vom BMVEL geführten Forschungsvorhabens zur nationalen Statuserhebung der Belastung von Futter- und Lebensmitteln mit Dioxinen und dioxinähnlichen PCB in Futter und Lebensmitteln schnellstmöglich zu veröffentlichen. Des Weiteren ist es dringend notwendig, endlich Dioxin-Grenzwerte für Säuglings- und Kindernahrung festzulegen. Seit 2007 schon dauern darüber die Beratungen auf EU-Ebene an.“

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