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Die Bundeskanzlerin, „Pro Reli“ und das 8. Gebot

Pressemitteilung von Petra Pau,

Petra Pau weist darauf hin, dass die nachfolgende Presseerklärung vom 24. Januar 2009 eine Meinungsäußerung im Rahmen einer aktuellen politischen Auseinandersetzung darstellt. Sie wollte darauf aufmerksam machen, dass ein für die Initiative „Pro Reli e. V.“ erfolgreich verlaufender Volksentscheid die Abschaffung des bisher für alle Berliner Schüler obligatorischen Fachs „Ethik“ zur Folge hätte. Danach soll zukünftig durch die Schüler das Fach „Ethik“ zugunsten des Religionsunterrichts abgewählt werden können.

Der Jubel-Gesang von „Pro-Reli“ ist groß und prominent. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmt inzwischen ein - höchst doppelzüngig. Sie lobt einen Berliner Volksentscheid als Demokratie-Gewinn und verschweigt, dass ihre Partei Volksentscheide im Bund noch immer verhindert. Sie freut sich für „Pro Reli“ und verschweigt, dass dieselbe Initiative das interkulturelle Unterrichtsfach „Ethik“ egoistisch abschaffen will.

Öffentlich verheißt „Pro Reli“ mit Gottes Segen mehr Freiheit.
Praktisch bricht “Pro Reli“ mit dem 8. Gebot: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden…“

„Ethik“ lebt vom Dialog aller Kulturen und Religionen. Wer diesem eine Religion nach der anderen entziehen will, erstickt den multikulturellen Dialog. Es ist widersinnig, Integrations-Gipfel zu zelebrieren und zugleich Integrations-Bemühungen im Alltag - fromm, fröhlich, scheinheilig - zu verteufeln.

„Pro Reli“ ist eine nostalgische Lobby-Veranstaltung, fürstlich protegiert und finanziert. Eine moderne, multikulturelle Hauptstadt braucht Besseres.

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