Zum Hauptinhalt springen

Destatis-Zahlen bestätigen, dass Flexibilisierung „gute Arbeit“ frisst

Pressemitteilung von Jutta Krellmann,

„Nacht- und Wochenendarbeit werden zur Normalität. Die Nacht und das Wochenende sind aber zur Erholung und zum Leben da. Ausufernde Arbeitszeiten machen deshalb krank. Hinzu kommt, dass zunehmend unsichere Arbeitsverhältnisse den Menschen den Schlaf rauben und eine verlässliche Lebensplanung verhindern. Das ist nicht zu akzeptieren. Der Bericht des Statistischen Bundesamts dokumentiert die traurigen Resultate von 15 Jahren Deregulierung des Arbeitsmarkts. Flexibilisierung frisst so ‚gute Arbeit‘, kommentiert Jutta Krellmann, Sprecherin für Arbeit und Mitbestimmung der Fraktion DIE LINKE, die aktuell veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) aus dem Indikatorenbericht "Qualität der Arbeit 2012“. Krellmann weiter:

„Es ist Zeit, dass Arbeitsbedingungen wieder besser werden. Die Flexibilisierung von Beschäftigung hat ein Ausmaß erreicht, das nicht mehr tragbar ist. Es muss Schluss sein mit ausufernder befristeter Beschäftigung. Junge Beschäftigte brauchen sichere Arbeitsverhältnisse statt Leiharbeit, unbezahlte Dauerpraktika und Hangeln von Befristung zu Befristung. Nacht- und Wochenendarbeit muss auf ein unvermeidbares Maß reduziert werden. Diese Zeiten sollten als Erholungszeiten wieder stärker geschützt werden. Und wir brauchen eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit und ein Ende der Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten. Es ist nicht richtig, dass die Arbeitsbelastung für die Menschen in Arbeit zunimmt, während viele Andere gar keine Arbeit haben.Wenn 40 Prozent der Berufseinsteiger und Stellenwechsler in einer befristeten Beschäftigung landen, wird Lebens- und Familienplanung ad absurdum geführt. Von den 25- bis 34-jährigen Erwerbstätigen haben im Jahr 2011 19 Prozent einen befristeten Arbeitsvertrag - 1996 waren es nur 10 Prozent. Laut Destatis arbeiten 2011 ein Viertel (24,5 Prozent) aller Beschäftigten auch samstags, fünfzehn Jahre zuvor waren es nur 18,8 Prozent. Im selben Zeitraum erhöhte sich der Anteil der Beschäftigten, die nachts arbeiten, von 6,8 auf 9,6 Prozent. Die Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten stieg im Schnitt um 40 Minuten auf 40,7 Stunden.“

Auch interessant