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Chancengleichheit: Potential von Wissenschaftlerinnen nutzen

Pressemitteilung von Petra Sitte,

Zu den Empfehlungen des Wissenschaftsrates hinsichtlich der Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erklärt Petra Sitte, forschungs- und technologiepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates als Reaktion auf die Unterrepräsentanz von Wissenschaftlerinnen zeigen: Wir müssen Frauen stark machen, wenn Wissenschaft stärker werden soll.

DIE LINKE begrüßt die Empfehlungen des Wissenschaftsrates. Insbesondere Mentoring-Programme, transparente Berufungsverfahren und die Berücksichtigung von Gender-Aspekten bei Personalentscheidungen auf allen Ebenen sind wichtige Schritte, der herrschende Wissenschaftspraxis der Geschlechterbenachteiligung zu begegnen.

Anders als der Wissenschaftsrat plädiert DIE LINKE schon jetzt für verbindliche Frauenquoten im Wissenschaftsbetrieb, die finanzielle Belohnung von Maßnahmen zur Herstellung der Chancengleichheit sowie für die Verankerung von Gender-Aspekten im Hochschulpakt 2020. Ein weiteres Warten auf Verbesserungen verschenkt weiter Potential von Wissenschaftlerinnen. Schon seit den Wissenschaftsratsempfehlungen von 1998 hat sich nur wenig hinsichtlich der Partizipation von Frauen im Wissenschaftsbetrieb bewegt. Quoten und finanzwirksame Durchsetzungs- und Sanktionsmechanismen müssen deshalb die bisherigen Lippenbekenntnisse und die Mentalität des Schulterklopfens ersetzen.

Wer nicht fördert, dem muss es finanziell weh tun. Gender in der Forschung muss endlich als Weg begriffen werden, kreatives Potenzial und neue Exzellenz zu erschließen. Dazu bedarf es größerer Transparenz und verlässlicher Karriereperspektiven. Wissenschaftliche Hingabe darf nicht länger private Selbstaufgabe bedeuten.

Nur auf Einsicht vor Ort und individuelle Förderung zu setzen, wie es Bundesforschungsministerin Schavan vorschlägt, reicht nicht. Das hat sich längst gezeigt. Frauen sind nach wie im Wissenschaftsbetrieb unterrepräsentiert und verdienen zudem weniger als ihre männlichen Kollegen.

DIE LINKE vertritt die Forderung, die Reform der Personalstruktur in den Bundesländern zu nutzen, um transparente und strukturierte berufliche Aufstiegsmöglichkeiten zu schaffen. Juniorprofessuren mit Tenure Track sind ein Beispiel hierfür. Freiwerdende Stellen müssen bevorzugt mit qualifizierten Frauen besetzt werden. Wir brauchen Dual-Career-Programme, die die berufliche Beschäftigung des Partners sowie die Familie mit einbeziehen. Gender muss auch zur wissenschaftlichen Normalität werden. Geschlechteraspekte müssen bereits in die Lehrziele von Studiengängen integriert werden.

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