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Bundesregierung ignoriert Unterfinanzierung und drohenden Fachkräftemangel beim Krippenausbau

Pressemitteilung von Diana Golze,

Zur Finanzierung des Krippenausbaus hat sich die Koalition auf die Einrichtung eines Sondervermögens geeinigt. Aus dem laufenden Bundeshaushalt sollen 4 Milliarden Euro eingestellt werden, bis 2013 sollen dann jährlich 600 Millionen Euro an die Krippen fließen. Diana Golze, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, erklärt dazu:

Die Bundesregierung verschließt die Augen vor dem tatsächlichen Finanzbedarf des Krippenausbaus und dem sich schon jetzt abzeichnenden Fachkräftemangel. Sie tut nichts, damit Länder und Kommunen ihren Beitrag von 8 Milliarden Euro zur Krippenfinanzierung berappen können. Die Bundesfamilienministerin setzt sich nicht damit auseinander, dass Städte und Gemeinden deutlich höhere Kosten für Ausbau, Betrieb und Personal prognostizieren. Sie scheint auch nicht bemerkt zu haben, dass für das Krippenprojekt, wenn es 2013 greifen soll, bereits jetzt die entsprechenden Fachkräfte ausgebildet werden müssen.

Der spätestens 2013 akute Bedarf an qualifizierten Fachkräften soll durch arbeitslose Erzieherinnen und Erzieher, Personal in der Babypause und Absolventinnen und Absolventen der Ausbildung gedeckt werden, die inzwischen anderen Berufen nachgehen. Damit sei der Bedarf gedeckt, erklärt die Bundesregierung unter Verweis auf Zahlen aus dem Jahr 2005. Schaut man sich jedoch die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit von 2007 an, wird deutlich, dass die Zahl arbeitsloser Fachkräfte geringer ist als von der Bundesregierung angenommen - doch das scheint diese nicht zu kümmern.

Mit den Ländern will die Bundesregierung offenbar keine Vereinbarungen zum Krippenausbau treffen oder zumindest keine Auskunft darüber geben, wie die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE (BT-Drs. 16/5555) zeigt. Ihr ist nicht einmal bekannt, wie viele der von ihr in Betracht gezogenen arbeitslosen Erzieherinnen und Erzieher bereits weit über 50 Jahre alt sind bzw. nicht ohne weiteres von Ost- nach Westdeutschland pendeln oder umziehen können.

Quantität und Qualität müssen beim Ausbau der Kinderbetreuung genauso stimmen wie die Finanzierung. Sowohl bei den Bedürfnissen der Eltern und Kinder, in der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher, als auch bei den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten setzt sich DIE LINKE für entsprechende Verbesserungen der kurzsichtigen Regierungsvorhaben ein.

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