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Böhmer opponiert gegen sich selbst

Pressemitteilung von Sevim Dagdelen,

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, fordert, die Potenziale von Zuwanderern zu nutzen. Sevim Dagdelen findet das merkwürdig. "Käme dieser Appell von Migrantenorganisationen, würde ich ihn sofort unterstützen. Da Maria Böhmer aber meines Wissens immer noch Staatsministerin eben jener Bundesregierung ist, an die sich ihre Forderung letztlich richtet, appelliert sie an sich selbst. Das ist hochgradig albern", so die migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. "Böhmer sollte das Appellieren sein lassen und stattdessen lieber agieren." Dagdelen weiter:

"Es sei nur daran erinnert, dass es die Koalitionsfraktionen waren, die erst vor einer Woche den Antrag der LINKEN auf Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse abgelehnt haben. Jetzt beklagt Böhmer „die krasse Verschwendung von Ressourcen“, weil die Abschlüsse von rund einer halben Million Menschen nicht anerkannt werden. Diese scheinheilige Opposition gegen die eigene Politik ist mehr als unglaubwürdig.

Angesichts der Tatsache, dass die Arbeitslosigkeit unter Migrantinnen und Migranten immer noch doppelt so hoch ist wie im Rest der Bevölkerung, wären Taten ohnehin wichtiger als Worte. Klagelieder anzustimmen oder auf vermeintliche Erfolge einiger weniger Projekte hinzuweisen, entbindet nicht von der Pflicht, für eine andere Arbeitsmarkt- und Ausbildungspolitik zu sorgen, die Ausgrenzung und Diskriminierung ausschließt."

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