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Behandlungsfehlerstatistik zeigt nur Spitze des Eisbergs

Pressemitteilung von Kathrin Vogler,

„Die Behandlungsfehlerstatistik zeigt nur die Spitze des Eisbergs. Denn ein völlig unzureichendes Patientenrechtegesetz sowie eine mangelhafte Fehlerkultur in der Ärzteschaft verhindern, dass betroffene Patientinnen und Patienten zu ihrem Recht kommen oder dies auch nur versuchen“, kommentiert Kathrin Vogler, Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte der Fraktion DIE LINKE, die Veröffentlichung der Behandlungsfehlerstatistik der Bundesärztekammer von Gutachterkommission und Schlichtungsstellen für das Jahr 2013. Danach haben sich rund 12.000 Patientinnen und Patienten wegen vermuteter Behandlungsfehler beschwert. „Fachleute dagegen schätzen die Anzahl aller Fälle auf eine Millon und mehr.“ Vogler weiter:

„Das Patientenrechtegesetz der letzten Bundesregierung lässt die Patientinnen und Patienten weitgehend im Regen stehen. Zu Recht misstrauen viele Geschädigte den Schlichtungsstellen und Gutachterkommissionen, die bei den Ärztekammern angesiedelt sind. Und solange die Beweislast bei den Betroffenen liegt, ist es auch nicht verwunderlich, dass sie dort selten Recht bekommen.
Was wir brauchen, ist eine neue Fehlerkultur in der Ärzteschaft. Ärztinnen und Ärzte müssen in der Lage sein, Fehler auch offen zugeben zu können. Sie dürfen von ihren Haftpflichtversicherungen nicht dazu gedrängt werden, möglichst alles abzustreiten und zu vertuschen.

DIE LINKE fordert seit Jahren neutrale und unabhängige Schiedsstellen, eine Reform des Gutachterwesens, ein Behandlungsfehler-Register sowie Schutz für Whistleblower, die auf Missstände in Praxen oder Kliniken hinweisen.“

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