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Ausbildungsmisere: Fadenscheinige Argumente der Unternehmen

Pressemitteilung von Nele Hirsch,

Zur Beratung von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos mit Vertreterinnen und Vertretern führender Wirtschaftsverbände zur Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Nele Hirsch:

Die Beratung hat die zu erwartetenden Ergebnisse gebracht: Wieder einmal sind angeblich die Bewerberinnen und Bewerber an der Ausbildungsmisere selbst schuld. Sie seien nicht ´ausbildungsreif`, den Unternehmen entstünden durch die Ausbildung zu hohe Kosten und die bestehenden gesetzlichen Vorschriften hinderten sie an der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen.

Anstatt den ArbeitgeberInnen immer weitere Zugeständnisse zu machen und damit die Rechte der Auszubildenden weiter auszuhöhlen, muss die Bundesregierung endlich verbindliche Zusagen zur Bereitstellung von Ausbildungsplätzen einfordern. Der Ausbildungspakt ist dafür keine Grundlage. Im letzten Jahr lag die betriebliche Ausbildungsquote auf dem tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung. Im Mai ist das Lehrstellenangebot erneut um 3,5 Prozent zurück gegangen.

Damit ist offensichtlich, dass der Pakt auf ganzer Linie gescheitert ist. Die Bundesregierung sollte dieses Scheitern eingestehen und endlich eine Ausbildungsplatzabgabe einführen, die den weit über 100.000 auf der Straße sitzenden Jugendlichen wieder Perspektiven eröffnet.

Es ist die Pflicht und Verantwortung der Unternehmen, sich nicht mit fadenscheinigen Argumenten aus der Finanzierung der Ausbildung zurück zu ziehen.

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