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Allein durch Dialog lässt sich Ungleichheit nicht beseitigen

Pressemitteilung von Sevim Dagdelen,

„Ungleichheit lässt sich nicht durch Dialog allein aus der Welt schaffen, sondern nur durch Maßnahmen gegen soziale und rechtliche Ausgrenzung und Diskriminierung beseitigen. Genau diese Maßnahmen aber lässt die Bundesregierung vermissen“, erklärt die migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Sevim Dagdelen, anlässlich der vorerst letzten Vollversammlung der Deutschen Islam Konferenz. Dagdelen weiter:

„Angesichts dramatisch sinkender Einbürgerungszahlen und einer im Indikatorenbericht dokumentierten katastrophalen sozialen Situation vieler Migrantinnen und Migranten ist der integrationspolitische Ruf der Regierung miserabel. Da kommt ihr ein Nebenschauplatz gerade recht. Statt sich für gleiche Rechte und soziale Gleichberechtigung einzusetzen, wird lieber ein ‚Dialog der Religionen’ geführt. Integration wird aber sichergestellt durch den Zugang zu gesellschaftlich relevanten Teilsystemen wie dem Bildungssystem. Da hilft die Einführung islamischen Religionsunterrichts wenig. Wichtiger wäre die Abschaffung des selektiven dreigliedrigen Schulsystems.

Die religiös-weltanschauliche Erziehung ist Privatsache und keine Staatsaufgabe. Um den unterschiedlichen kulturellen, religiösen und weltanschaulichen Wertvorstellungen in der Gesellschaft zu entsprechen, fordert DIE LINKE, dass sich alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam in den bestehenden Unterrichtsfächern bzw. einem gemeinsamen Ethikunterricht mit zentralen Grundwerten wie Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität beschäftigen. Damit könnte die Grundlage geschaffen werden, sich selbstbestimmt im Leben zu orientieren und für eine bestimmte Religion, Konfession oder Weltanschauung oder auch für keine zu entscheiden.“

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