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Ärztehonorare schlecht verteilt

Pressemitteilung von Martina Bunge,

"Sowohl die Kassen als auch die Ärzteschaft sollten mit Augenmaß verhandeln. Wenn sie sich auf eine mäßige Erhöhung der Honorare einigten, wäre den Patientinnen und Patienten am besten gedient", kommentiert Martina Bunge, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, den Streit über die Höhe der Ärztehonorare. Bunge weiter:

"Der Praxisüberschuss vor Steuern ist in den letzten fünf Jahren von 105.000 Euro auf 134.000 Euro gestiegen – ein Plus von insgesamt 27,6 Prozent bzw. fünf Prozentpro Jahr. Von solchen Bruttolohnsteigerungen können die allermeisten Beitragszahlerinnen und Beitragszahler nur träumen – und dabei sind in diesen Zahlen noch nicht einmal die Erträge durch Privatversicherte und Selbstzahler erfasst, die es allerdings im Osten kaum gibt. Dennoch wäre eine pauschale Kürzung der Honorare, wie die Kassen sie vorschlagen, ein fatales Signal. Denn aufgrund der bestehenden Honorarstruktur und der ungleichen Verteilung auf die einzelnen Ärztinnen und Ärzte wird es immer schwieriger, auf dem flachen Land Praxisnachfolger zu finden. Hier kommt es immer häufiger zu Versorgungsproblemen. Ich plädiere daher für eine moderate Steigerung der Ärztehonorare. Und an die Verhandler appelliere ich, dabei auch an die Praxisangestellten zu denken.Beim Streit zwischen Ärzteschaft und Kassen drohen allerdings die Patientinnen und Patienten einmal mehr unter die Räder zu kommen, denn es geht dabei nur um die Gesamtsumme der Honorare. Wir brauchen aber auch ein sinnvolles System, das sicherstellt, dass das Geld dorthin fließt, wo es für eine gute Versorgung der Bevölkerung benötigt wird. Deshalb brauchen wir endlich eine Bedarfsplanung, die die Versorgungsnotwendigkeiten in den Blick nimmt. Die bestehende, unlängst reformierte Planung basiert auf den Anfang der 1990er Jahre vorgefundenen Strukturen, die seitdem einfach fortgeschrieben werden. Der tatsächliche Bedarf spielt keine Rolle."

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