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Ärzte genehmigen sich kräftigen Schluck aus der Honorarflasche - Versicherte zahlen

Pressemitteilung von Frank Spieth,

"Diese Honorarerhöhung ist ein nicht unerhebliches Geschenk der Bundesregierung an die niedergelassenen Ärzte", beurteilt der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Frank Spieth, den gestrigen Abschluss der Kassenärztlichen Bundesvereinigung mit den Vertretern der gesetzlichen Krankenkassen. "Das Problem ist, dass damit weiter ein System subventioniert wird, das Unterversorgung unzureichend bekämpft und die stetig wachsende Zahl von niedergelassenen Fachärzten fördert." Spieth weiter:

"Angesichts von satten 2,5 Milliarden Euro mehr Honorar können sich die Kassenärzte beglückwünschen. Die Ammenmärchen von scharenweise ins Ausland abwandernden Medizinern und angeblichen Honoraren von zwei- bis dreitausend Euro haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Das Gejammer der Kassenärzte in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass sie ein vorzeitiges Wahlgeschenk erhalten. Denn immerhin war es das Bundesgesundheitsministerium, das diese Zahl ins Spiel gebracht hat. Die Krankenkassen wurden dadurch an die Wand gepresst.

Ausbaden müssen werden das am Ende die Versicherten. Allein für diesen gesundheitspolitischen Fehltritt müssen die sie vom kommenden Jahr an 0,25 Prozentpunkte mehr Versicherungsbeitrag zahlen.

Wenn es auch nur ein wenig mehr Sachverstand in dieser Politik gäbe, hätte man zunächst einmal die Mittel umgeschichtet. Regionen mit deutlicher Überversorgung sollten Geld an unterversorgte Bereiche abgeben. Die Förderung der hausärztlichen Versorgung hätte Vorrang haben müssen vor dem weiteren Ausbau der doppelten Facharztschiene. Stattdessen werden den technisch orientierten Fachärzte für ihre Leistungen weiter beinahe doppelt so hoch vergütet wie den Allgemeinmedizinern. Und ganz so arm waren die Niedergelassenen schon 2003 nicht: Allgemeinmediziner erhielten im Schnitt 8.666 Euro, Orthopäden 13.333 Euro und Radiologen 17.416 Euro Monatseinkommen vor Steuern."