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Kurzintervention (2) des Abgeordneten Wolfgang Gehrcke

Rede von Wolfgang Gehrcke,

Kurzintervention des Abgeordneten zu Äußerungen des Kollegen Wellmann (CDU/CSU) in der Debatte zur Verlängerung des OEF-Mandates.

9. Sitzung des 17. Deutschen Bundestages am 3. Dezember 2009
(zweite) Kurzintervention des Abgeordneten Wolfgang Gehrcke

Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE):
Kleine Sünden werden immer sofort bestraft. Da muss man nicht so lange warten. Deswegen mache ich direkt nach der Rede des Kollegen Wellmann eine Kurzintervention.
Ich war leider nicht stellvertretender DKP-Vorsitzender, auch wenn ich es damals gerne gewesen wäre.
(Dr. Martin Lindner (Berlin) (FDP): Was heißt ”leider”?)
Aber meine Partei wollte es nicht. Deswegen ist daraus nichts geworden. Dass Sie mich hinterher dazu befördern, ist ausgleichende Gerechtigkeit.
Zur Sache selbst. Ich verstehe nicht, warum man nicht bereit ist, aus der Geschichte ein Stück weit zu lernen.
(Lachen bei der FDP)
Da können Sie ruhig lachen und sich ein bisschen aufregen; das ist ganz in Ordnung. - Wer nicht bereit ist, aus der eigenen Geschichte ein Stück weit zu lernen, dessen Argumente werden niemals tiefgründig sein.
(Dr. Andreas Schockenhoff (CDU/CSU): Dann mal zu!)
Ich hab zu meinen Fehlern, was meine Geschichte und was Afghanistan angeht, gesprochen. Damals habe ich bei der Rechtfertigung des Krieges der Sowjetunion in Afghanistan die gleichen Argumente benutzt, die Sie hier vorgebracht haben. Im Gegensatz zu Ihnen habe ich mich damit kritisch auseinandergesetzt und darüber in der Öffentlichkeit geredet, während Sie einfach so weitermachen und weitermarschieren. Es geht bei OEF nicht um Verschwörungstheorien.
Ich möchte endlich einmal wissen, wann der Krieg gegen den Terror für beendet erklärt wird. Die Beschlusslage der NATO zu dieser Frage ist doch furchtbar. Als ich damals Gerhard Schröder gefragt habe, habe ich die Antwort erhalten: Der Krieg ist beendet, wenn es keinen Terror mehr gibt. - Also am Sankt-Nimmerleins-Tag.
Meine herzliche Bitte: Beteiligen Sie sich daran, aus eigenen Fehlern zu lernen! Sie werden klüger, und es tut der eigenen Seele ganz gut, wenn man dies leistet.
Danke sehr.
(Beifall bei der LINKEN)