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Keine gentechnisch veränderten Pflanzen

Rede von Kirsten Tackmann,

TOP 26 Rede zum Antrag  Antrags der Abgeordneten Harald Ebner, Nicole Maisch, Friedrich Ostendorff, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Gentechnik-Anbauverbot bundeseinheitlich und konsequent umsetzen Drucksache 18/3550

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! 

Bevor wir uns in die hoffentlich friedlichen Weihnachtstage verabschieden also noch mal Agrogentechnik.

Bis vor Kurzem war das eines der am wenigsten friedlichen Themen in der Agrarpolitik.

Unterdessen ist es ein Lehrstück für eine lebendige Demokratie!

Denn die Mehrheiten sind in unserem Land unterdessen eindeutig geklärt.

Eine übergroße Mehrheit will keine gentechnisch veränderten Pflanzen.

Weder auf dem Acker, noch auf dem Teller oder im Trog, und auch nicht im Tank.

 

Im Bundestag reicht rein rechnerisch schon die rot-rot-grüne Mehrheit, um jede Abstimmung zu gewinnen!

Mit blau-weiß gemeinsam sowieso.

Über alle Fraktionsgrenzen hinweg haben wir richtig Bewegung in die Debatte gebracht!

Das ist unser gemeinsamer Erfolg!

Nur die Union bleibt wacker an der Seite der Saatgutkonzerne.

Zumindest mehrheitlich, denn auch diese Bastion bröckelt.

Und selbst in Spanien wurde 2014 weniger Gen - Mais angebaut als in den Vorjahren.

Der Widerstand wä

chst also und das ist auch gut so!

 

Aber wir haben mit den Saatgutkonzernen mächtige Gegner!

Deshalb möchte ich heute all denen danken, die engagiert und mutig aufklären über die Gefahren dieser Risikotechnologie und ihren wirklichen Profiteure!

Für uns LINKE geht es um einen Grundsatz.

Wir wollen nicht, dass Saatgutkonzerne entscheiden, was auf unseren Tellern landet!

Es geht um hohe Profite, die mit Einschüchterungen und Diffamierungen verteidigt werden.

Gerade weil ich selbst Wissenschaftlerin bin hat mich der Film "Gekaufte Wahrheit" von Bertram Verhaag tief erschüttert, der das dokumentiert!

Das ist absolut inakzeptabel!

Dagegen hilft nur kluge Bündnispolitik!

Bei der Agrogentechnik zeigen wir wie erfolgreich es ist, wenn Naturschutz, christliche Ethik und linke Systemkritik gemeinsame Sache machen!

 

Der Antrag der Grünen hat mich in seiner Milde überrascht.

Vielleicht liegt’s ja an Weihnachten.

Die Forderungen teilen wir.

Ja, die Anbauverbote müssen für alle Bundesländer gelten.

Und ja, die Bundesregierung muss in Brüssel gegen Anbauzulassungen stimmen.

Aber das sind trotzdem nur Notlösungen.

Wir wollen, dass riskante Pflanzen gar nicht erst zugelassen werden!

Dann muss ihr Anbau hinterher auch nicht verboten werden.

 

Was erwarten denn Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn gentechnisch veränderte Pflanzen zum Anbau zugelassen werden?

z. B. dass

  • Es keine Risiken gibt für Mensch und Tier oder Natur und Umwelt
  • Dass ethische Bedenken ausgeräumt wurden
  • dass es keine Nachteile gibt für die Betriebe, die keine gentechnisch veränderten Pflanzen anbauen, verarbeiten oder verfüttern
  • und dass auch die Imkerei kein Risiko hat.

In der EU gilt schließlich das Vorsorgeprinzip.

Aber genau das erfüllt das Zulassungsverfahren nicht.

 

Das sagen nicht nur wir, sondern auch das Europäische Parlament.

Z. B.

  • fehlen unabhängige Untersuchungen
  • es fehlen Landzeituntersuchungen zu Schäden für Umwelt oder Tiergesundheit
  • und es fehlen Untersuchungen zu so genannten Kollateralschäden bei Nichtzielorganismen

Diese Lücken sind müssen endlich geschlossen werden!

 

Um das Problem zu verdeutlichen:

Zu Recht wird kritisiert, dass bei Nutztieren zu häufig Antibiotika eingesetzt werden.

Gleichzeitig werden aber gentechnisch veränderte Pflanzen zugelassen, die ständig Insektengift produzieren.

Auch mit dem Risiko von Resistenzen.

Das ist, als würden Weihnachtsgänse ständig Antibiotikum produzieren.

Da vergeht einem doch der Appetit!

Deshalb bleibt DIE LINKE dabei:

Wir fordern ein Zulassungsverfahren, das die Gesellschaft vor riskanten Pflanzen schützt statt die Profite der Saatgutkonzerne.

Und weil wir nicht an den Weihnachtsmann glauben, kämpfen wir weiter dafür.