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Rede von Ralph Lenkert am 24.03.2017

Rede von Ralph Lenkert,

Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Frau Ministerin, als Erstes eine kurze Bemerkung zu Ihrem Redezeitpunkt. Regelmäßig ergreifen Sie das Wort nach der Opposition, damit wir nicht mehr die Möglichkeit haben, direkt auf Sie zu erwidern. Das ist eine kleine Unsitte. In diesem Zusammenhang verwundert es auch nicht, dass Sie eine Zwischenfrage nicht akzeptieren.

Ich habe mich gemeldet, um auf die Frage der Fusionsforschung einzugehen. Sie behaupteten nämlich, mit Kernfusion könnten die Energieprobleme in den Entwicklungsländern gelöst werden. Ich wollte Ihnen die Frage stellen, ob Sie wissen, in welchem Jahr die Kernfusion einsatzbereit ist. Nach meinem Wissensstand rechnet man bei ITER damit, dass man nicht vor dem Jahr 2055 in die kommerzielle Nutzung gehen kann – wenn denn alles klappt.

(Albert Rupprecht [CDU/CSU]: Zu diesem Zeitpunkt leben manche Menschen noch!)

Das ist bis dahin ein Zeitraum von etwa 40 Jahren. Das Ganze nennt sich Kernfusionskonstante, weil man schon 1970 versprach: In 40 Jahren wird die Kernfusion einsatzbereit sein. – Das heißt, ich frage Sie, wie die Zeit bis dahin überbrückt werden soll.

Aus unserer Sicht müssen wir die Forschungsmittel heute einsetzen – das ist unsere Meinung; sie hat Frau Kollegin Dr. Hein vorgetragen –, damit die Energiearmut und die Armut insgesamt heute bekämpft werden können und damit keine Kriege mehr aufgrund von Armut geführt werden.

(Albert Rupprecht [CDU/CSU]: Kurzfristdenker!)

Da ist Forschung notwendig. Die Nutzung erneuerbarer Energien und die entsprechenden Speichertechnologien in Entwicklungsländern müssen vorangetrieben werden. Die Energieeffizienz muss dahin gehend verbessert werden, dass sie in den Entwicklungsländern genutzt werden kann. Genau dafür fehlen die Gelder, weil Sie sie in eine Forschung stecken, die vielleicht in 40 Jahren funktionieren könnte.

(Beifall bei der LINKEN – Albert Rupprecht [CDU/CSU]: Egoist!)

 

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